»My very special Barrie moment«

Bye, bye Barrie!
Barrie Kosky und Sabine Franz | Gastspiel in Japan 2017/18
Barrie Kosky beendet nach zehn erfolgreichen Jahren an der Komischen Oper Berlin seine Intendanz – no reason to cry, just laugh! Also: kein Grund zur Trauer, denn er bleibt dem Haus auch in den kommenden Jahren als Regisseur erhalten. Wohl aber die Gelegenheit, einmal zurückzublicken – auf spannende, lustige, emotionale Momente auf und hinter der Bühne. Wir haben Mitarbeiter*innen des Hauses nach ihrem »very special Barrie moment« gefragt. Ein paar der Antworten finden Sie hier.
»Als ich in der Kantine einigen Kolleg*innen das berühmte Video von ›I Am What I Am‹ mit George Hearn aus La Cage aux folles auf meinem Mobiltelefon zeigte, kam Barrie dazu und erzählte
voller Leidenschaft, wie er genau diese Produktion mit 15 am Broadway gesehen hat, als er mit seinem Vater zum ersten Mal in New York war. Die Vorstellung, wie Barrie alleine (!) mit 15 im Theater sitzt (sein Vater hatte berufliche Termine), fand ich großartig. Und sie erzählt viel über Barries Leidenschaft für Theater!«
Alma Sadé | Sängerin
Barrie Kosky und Alma Sadé, Backstage bei Farges mikh nit
»Unvergessen wird mir die großartige Unterstützung Barries im Zusammenhang mit unserem Konzert »Unisono für Vielfalt« bleiben. Barries Fähigkeit, sich mit Leidenschaft einer Sache zu widmen und sie zu unterstützen, konnte ich da unmittelbar erleben.«
Franziska von Brück | Soloflötistin
»Eine der vielen großartigen Episoden in der Zusammenarbeit mit Barrie war die wirklich kurzfristige Regieübernahme der Produktion Semele, nachdem die Regisseurin bedauerlicherweise krankheitsbedingt ausfiel. Für mich – nach wir vor – eine der schönsten Produktionen der Komischen Oper Berlin.«
Daniel Kaiser | Technischer Direktor
Szene aus Semele, Inszenierung Barrie Kosky, 2018
»Ich war und bin immer wieder erstaunt über Barries Spontanität! Nach einer Premiere sprachen Barrie und ich über ein Werk, welches etwas zu ›pathetisch‹ für mein Gemüt war. Barrie widersprach in seiner charmanten, unwiderstehlichen Art. Bei der Premierenansprache zwei Minuten später handelte die gesamte Premierenansprache von ›Pathos‹ und dessen Bedeutung für spannendes Musiktheater. Es war eine mitreißende, vollkommen überzeugende Ansprache und ich war vollkommen baff, wie schnell und reflektiert er das Thema aufnahm. Nach der Ansprache kam Barrie zu mir, zwinkerte mir zu und sagte: ›Sorry, das passte gerade gut.‹«
Christoph Breidler | Studienleiter
»Es gab so viele wunderschöne Momente mit Barrie! Auf jeden Fall, dass er immer wieder fröhlich winkend und Kusshändchen werfend am Fenster der Opernkasse vorbei lief – das hat uns immer fröhlich gemacht. Er hat sich stets Zeit genommen und hatte immer ein offenes Ohr für unsere Themen und Anekdoten. Mein ganz persönlicher Moment war aber, die Rede von Barrie vor allen Mitarbeiter:innen als ich den »Flipper« bekommen habe. Ich habe mich riesig über diese Anerkennung und wunderschöne Überraschung gefreut.«
Erika Meyer | Kassenleitung
»Wie Dagmar Manzel und Barrie im Doppelpack die zwei größten Quatschköpfe der Welt sein können! Sie triggern gegenseitig ihre kindlich-naive Spielfreude. Ein Ergebnis davon ist im 1. Bild von Ball im Savoy zu finden, wenn Dagmar alias Madeleine ihren Schneider Monsieur Albert anruft. Die Stimme am anderen Ende des Telefonapparates ist natürlich die von Barrie! Dagmar erzählte mir, wie sie damals diese Aufnahme gemacht haben und sich kaum halten konnten vor Lachen. Diese Einspielung sagt so viel über Barrie aus: Timing, Komik, Witz, Tempo, Ironie … Die Message wird transportiert. Auch ohne Worte.«
Anisha Bondy | Regieassistentin
Dagmar Manzel und Barrie Kosky bei der Premiere von Kiss me Kate, 2008
»Barrie am Premierentag der drei Monteverdi Opern 2012! Wie er während der Vorstellungen auf der Seitenbühne nervös war und gelitten hat. Funktioniert das große Konzept? Gehen die Zuschauer mit? Bleiben die Leute für 3 Opern an einem Tag? Und diese riesengroße Erleichterung und Freude am Schluss dieses Opernmarathons.«
Sabine Franz | Inspizientin
Barrie Kosky und Sabine Franz beim Gastspiel in Japan 2017/18
Sie haben auch einen »very special Barrie moment« und möchten Ihn mit uns und unserem Publikum teilen? Schreiben Sie uns gerne eine Mail an kommunikation@komische-oper-berlin.de. Wir freuen uns auf Ihre Einsendungen!