Mehr Musik, weniger verstrickte Handlung, aber garantiert voller Unterhaltungswert: Seit 2012 präsentiert die Komische Oper Berlin jedes Jahr um die Weihnachtstage eine Operette im unvergleichlichen Kompaktformat – konzertant, von erfahrenen Dramaturgen auf den musikalischen und inhaltlichen Punkt gebracht und packend moderiert von einem Gast, der einen Ausflug in die Welt der Operette wagt. Nachdem fünf Jahre lang Werke von Emmerich Kálmán zu erleben waren, startete im letzten Jahr mit Märchen im Grand-Hotel überaus erfolgreich ein Paul-Abraham-Zyklus. Mit Viktoria und ihr Husar steht in diesem Jahr am 23. und 30. Dezember nun das Stück von Abraham auf dem Spielplan, mit dem der Komponist jüdisch-ungarischer Herkunft 1930 vom Berliner Metropol-Theater, der heutigen Komischen Oper Berlin, aus seine leider nur kurz währende Weltkarriere startete. Als Moderator in diesem Jahr mit von der Partie: Der bekannte Schauspieler Gerd Wameling, der es sich nicht nehmen lässt, die eine oder andere musikalische Nummer selbst zu singen. Professionell-musikalische Unterstützung erhält er dabei unter anderem von den Ensemblemitgliedern Johannes Dunz, Vera-Lotte Böcker, Alma Sadé und Peter Renz sowie den Chorsolisten und dem Orchester der Komischen Oper Berlin unter der Leitung von Operettenspezialist Stefan Soltész.

Viktoria und ihr Husar ist ein Weltstück: Die Handlung führt von Sibirien über Tokyo und St. Petersburg bis in das ungarische Dörfchen Doroszma. Gleich zu Beginn flieht der Husarenrittmeister Stefan Koltay aus russischer Gefangenschaft nach Japan, wo er seine große Liebe Viktoria wiedertrifft. Die war ihm während des Krieges abhandengekommen und ist nun wohl endgültig weg, da samt Ehering an den amerikanischen Botschafter John Cunlight (Wameling) vergeben. Allerlei Liebes- und Paarverwicklungen nehmen ihren Lauf, vor allem aber diplomatische Bemühungen raffiniertester Natur, die von Tokyo nach St. Petersburg führen, tief in den Rachen des russischen Geheimdienstes hinein. Ob Viktoria ihren Husar wohl kriegt? Nur so viel sei verraten: Am Ende treffen sich alle Beteiligten in Ungarn wieder. Und wo, wenn nicht in der emotionalen Heimat der Operette, könnten die Herzen endlich ihre ultimativen Partner fürs Leben finden?

In Paul Abrahams Musik trifft nostalgisches Operettentimbre auf fetzigen Charleston und pulsierenden Jazz. Das ist einer der Gründe, warum Barrie Koskys Inszenierung von Abrahams Ball im Savoy auch über fünf Jahre nach ihrer umjubelten Premiere 2013 ein absoluter Kracher ist und im Frühjahr 2019 auf den Spielplan zurückkehrt. Auch musikalisch lädt Viktoria und ihr Husar zu einer Reise kreuz und quer über den Globus und präsentiert eine weitere Facette von Abrahams schillernden Œuvre: Dank der farbenreichen Klänge werden die Schauplätze in der Musik greifbar. In Japan mischen sich exotische fernöstliche Töne in die Partitur, in Russland seufzen schwermütige Chöre, in Ungarn blitzt der Csárdás auf.

Weitere Informationen zu Besetzung, Terminen und Ticketpreisen sowie zum Werk auf den folgenden Seiten
Die Komische Oper Berlin zählt mit Stolz zu den Unterzeichner*innen der Berliner Erklärung der Vielen! Weitere Informationen finden Sie in den pdfs im Download-Bereich.
02.11.2018

Barrie Kosky inszeniert Leonard Bernsteins »Candide« / Premiere: 24.11.

Allan Clayton, Nicole Chevalier und Anne Sofie von Otter | Dirigent: Jordan de Souza
Premiere: Samstag, 24. November 2018 | 19.30 Uhr

Knall auf Fall muss der nicht ganz so wohlgeborene Candide nach der Enthüllung seiner Liebe zur adligen Kunigunde die geliebte Heimat verlassen. Er begibt sich auf eine Reise durch die alte und die neue Welt, von Bulgarien bis Lissabon, von Brasilien bis Venedig, wo ihm nichts anderes als haarsträubende Grausamkeit von Natur und Mensch begegnet – Mord, Krieg, Erdbeben … Angetrieben durch den unverwüstlichen Optimismus seines Lehrers Pangloss lässt sich Candide von nichts in seinem Glauben an das Gute und an die Liebe zu Kunigunde beirren. Er bleibt fest davon überzeugt, er lebe »in der besten aller möglichen Welten«. Als er schließlich Kunigunde in die Arme schließen darf, heißt es für ihn »Wir bau’n ein Haus und pflanzen Mut, bis unser Garten blüht!«

Also Ende gut, alles gut – oder?

Nach dem durchschlagenden Erfolg seiner von aller Patina befreiten West Side Story widmet sich Barrie Kosky einem weniger bekannten Werk Leonard Bernsteins, das lange zwiespältig aufgenommen wurde. Während Bernstein mit der 1957 uraufgeführtenWest Side Story vor allem die amerikanische Musiktradition in all ihren Formen feierte, konzipierte er Candide hingegen fast zeitgleich als ähnlich vielschichtige Hommage an die europäische Musik. Er wählte eine ungewöhnlich anspruchsvolle Vorlage: Voltaires satirische Novelle Candide ou l’Optimisme von 1759, ein Meilenstein der europäischen Aufklärung, vereint eine Vielzahl literarischer Genres zu einer absurden Abenteuergeschichte mit doppeltem Boden. Scharfzüngig, stets mit der Wirklichkeit im Blick, kritisierte Voltaire hier die weltbejahenden Lehren deutscher Philosophen wie Gottfried Wilhelm Leibniz. Während West Side Story von Anfang an ein Erfolg war, galt Candide seit der Uraufführung 1956 erst einmal als Flop. Dies lag weniger an der Musik, in der Bernstein kongenial eine Vielzahl von Stilen und Genres kombinierte, sondern am Libretto. Mehrfach wurde es überarbeitet – mit verhaltenem Erfolg. Seit 1999 liegt eine Version vor, die sich mit dem scharfen Humor ihrer Dialoge am Voltaireschen Original orientiert und so Bernsteins oft nicht minder ironisch-parodistische Musik und deren Vielfalt voll zur Geltung bringt. Die deutsche Übersetzung von 2017 bildet die Grundlage für die Berliner Neuproduktion.

Menschenhandel und Prostitution, Krieg und Gewalt, Armut und Reichtum, Flucht und Heimat, Liebe und Glauben – die Themen, die Candide mal beißend ironisch oder zynisch, mal rührend oder einfach nur absurd aufgreift, sind zeitlos. In einer wilden Achterbahnfahrt mit mehr als 800 Kostümen auf fast leerer Bühne schlägt Barrie Kosky in seiner Inszenierung von Candide – für ihn »die große amerikanische Operette des 20. Jahrhunderts« – einen Bogen von Voltaire bis in unsere Gegenwart. Neben Choreograph Otto Pichler, Bühnenbildnerin Rebecca Ringst und Kostümbildner Klaus Bruns unterstützt ihn dabei eine Reihe außergewöhnlicher Sängerdarsteller*innen, darunter Franz Hawlata (Dr. Pangloss), Allan Clayton (Candide) und Nicole Chevalier (Kunigunde). Als Die alte Frau wird Anne Sofie von Otter zu erleben sein. Die musikalische Leitung liegt in den Händen von Jordan de Souza.

Weitere Informationen zu Team, Besetzung, Terminen und Ticketpreisen sowie zum Werk in der vollständigen Pressemeldung
01.11.2018

Neuer Operndolmuş für Kinder: In Ben und Henry trifft Alt-Berliner Bär auf Neu-Berliner Hahn / 7.11.

Mobile Oper im Kleinformat für Grundschüler*innen im Rahmen von »Selam Opera!«
Uraufführung: Mittwoch, 7. November 2018 | Neukölln (Rollbergviertel)

Zum ersten Mal ist für das interkulturelle Projekt »Selam Opera!« der Komischen Oper Berlin eine Auftragskomposition entstanden, die ab 7. November 2018 in verschiedenen Berliner Schulen gastiert. Der in Izmir lebende Komponist Attila Kadri Şendil (Bremer Stadtmusikanten – Bremen Mızıkacıları) vertonte das Libretto von Susanne Felicitas Wolf (Schneewittchen und die 77 Zwerge) und schuf eine
45-minütige Kammeroper in der sich Ben, der gemütliche Berliner Bär, und Henry Hahn, ein schillernder Neu-Berliner auf der Suche nach einem neuen Zuhause, begegnen.

»Aber ick lebe hier! Hier ist nur Platz für MICH!« singt Ben. Der Bass-Bär liebt es gemütlich und Henry Hahn ist ein hibbeliger Zeitgenosse – schrill und bunt und laut. Andererseits singt er als Sopran wirklich schön und mit ihm ist es gewiss nie langweilig. Damit nimmt sich diese reisende Oper für Kinder eines wesentlichen menschlichen Themas an: Wie können und wollen wir zusammen leben, obwohl wir so verschieden sind?

Die Uraufführung

Am 7. November 2018 um11 und 12 Uhr findet die Uraufführung von Ben und Henry in der Regenbogen Schule in Neukölln statt. Wir freuen uns, wenn Sie diesen besonderen Moment journalistisch begleiten möchten – nehmen Sie hierfür gerne Kontakt zu uns auf. Um Anmeldung wird gebeten.

Kontakt

Bei Interviewanfragen, Materialwünschen und Rückfragen wenden Sie sich bitte an:

berlin acts: kultur pr
Ruth Hundsdoerfer
Hohenfriedbergstraße 8
10829 Berlin
Tel: +49-30-68402640
Mobil: +49-171-2670848
info@berlinacts.com

Über das Stück

Attila Kadri Şendil
Ben und Henry
Operndolmuş für Kinder [2018]
Libretto von Susanne Felicitas Wolf

Besetzung
Jens Larsen: Ben
Mirka Wagner: Henry
 
Arnulf Ballhorn, Kontrabass
Juri Tarasenok, Bajan
Luise Sachse, Klarinette

Kreativteam
Mustafa Akça, Anisha Bondy, Oliver Brandt,
Maximilian Hagemeyer, Peter Tomek, Susanne Weiske

Dauer: ca. 45 min

Leonard Bernstein, Meister des US-amerikanischen Musiktheaters, begnadeter Komponist und Dirigent zugleich, hätte in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag gefeiert. Aus diesem Anlass würdigt die Komische Oper Berlin diesen facettenreichen Künstler und sein Œuvre rund um die Premiere von Candide in der Inszenierung von Barrie Kosky ein verlängertes Wochenende lang im Rahmen des Festivals »Bernstein 100«. Höhepunkte sind zwei Konzertprogramme mit Bernsteins 2. Sinfonie The Age of Anxiety, deren vom türkischen Starpianisten Fazıl Say interpretierter Klavierpart das Werk eher zu einem Solokonzert werden lässt, und mit seiner Musik zum Marlon-Brando-Klassiker On the Waterfront (Die Faust im Nacken), die Filmmusikspezialist Frank Strobel live zur Filmvorführung (im Original mit Untertiteln) erklingen lässt. Kammerkonzerte, ein Lunch Talk zu den gesellschaftspolitischen Dimensionen von Bernsteins Werk und ein Dinner mit Live-Musik, Tischansprachen von Wegbegleiter*innen und Verehrer*innen sowie den Lieblingsgerichten des Maestros runden die dreitägige Geburtstagsparty ab. Als weitere Gäste begrüßt die Komische Oper Berlin dazu unter anderem die beiden Bernstein-Töchter, Nina Bernstein Simmons und Jamie Bernstein, die Mezzo-Sopranistin Fredrika Brillembourg, den Kulturwissenschaftler und ehemaligen Präsidenten der American Academy Michael Steinberg sowie die Literaturwissenschaftlerin Ethel Matala de Mazza.

Neben der Neuproduktion Candide und dem Festival steht anlässlich des 100. Geburtstags an der
Komischen Oper Berlin ab 10. Februar auch wieder die Erfolgsproduktion West Side Storyvon Barrie Kosky und Otto Pichler auf dem Spielplan.
Premiere der Berliner Fassung: Sonntag, 28. Oktober 2018 | 16 Uhr

Mit Der Zauberer von Oz kommt in diesem Herbst die neue Kinderoper von Pierangelo Valtinoni an die Komische Oper Berlin und erzählt den Märchenklassiker von Lyman Frank Baum als farbenfrohe Musiktheaterreise für kleine und große Opernbesucher ab 6 Jahren.

Ein Wirbelsturm über der Steppe von Kansas entführt das Häuschen mitsamt der kleinen Dorothy und ihrem Hündchen Toto in das weit entfernte Land Oz. Hier leben sprechende Mäuse, fliegende Affen, gute und böse Hexen und ein geheimnisvoller Zauberer. Nur er, so heißt es, kann Dorothy den Weg zurück nach Kansas zeigen. In ihren silbernen Zauberschuhen und in Begleitung dreier liebenswerter neuer Freunde macht sich Dorothy auf den Weg zur sagenhaften Smaragdstadt. Wird der Zauberer helfen und tatsächlich die größten Wünsche der vier Freunde erfüllen? Schenkt er der vorlauten Vogelscheuche endlich ein Gehirn, dem melancholischen Blechmann ein liebendes Herz und dem feigen Löwen den lang ersehnten Mut? Und weiß der Zauberer wirklich einen Weg nach Hause, heim zu Dorothys Onkel und Tante?
Mit jeder Menge Köpfchen, Herz und Mut besteht der charmante Freundeskreis gefährliche Abenteuer im magischen Reich des Zauberers von Oz: die Vogelscheuche (Christoph Späth), der Blechmann (Tom Erik Lie), der Löwe (Carsten Sabrowski) und Dorothy (Alma Sadé im Wechsel mit Talya Lieberman). L. Frank Baums Märchenerzählung erschien erstmals 1900 und wurde weltbekannt – nicht nur durch seine Hollywood-Musical-Verfilmung, die Judy Garland mit ihren hier Dank revolutionärem Technicolor knallroten Schuhen und Songs wie »Somewhere over the Rainbow« unsterblich machten, sondern auch durch seine zahlreichen literarischen Fortsetzungen, Theaterfassungen und Nachdichtungen, darunter Alexander Wolkows Der Zauberer der Smaragdenstadt.

Nach Pinocchio und Die Schneekönigin präsentiert die Komische Oper Berlin mit Der Zauberer von Oz bereits die dritte Kinderoper aus der Feder des italienischen Komponisten Pierangelo Valtinoni, die 2016 in Zürich uraufgeführt wurde und nun in Berlin in einer erweiterten Fassung, mit großem Chor und großer Streicherbesetzung, zu erleben ist. Ein Musiktheaterabenteuer zwischen Jazz und großer Oper, weitab vom berühmten Hollywood-Musical-Film, das unter der musikalischen Leitung von Ivo Hentschel, ehemaliger Kapellmeisters der Komischen Oper Berlin, in die fantastischen Welten von Regisseur Felix Seiler und seinem Team führt. Auf der Bühne verschmelzen Bühnenraum und Videoprojektion miteinander, hier treffen Dorothy und ihre Begleiter – natürlich samt Toto, dem Hund – nicht nur auf Smaragdstadt, Hexenpaläste und die Welt der Munchkins, sondern auch auf einen veritablen Wirbelsturm.

Seit 2004 Kinderoper auf der Großen Bühne

Die Komische Oper Berlin blickt auf eine im deutschsprachigen Raum einzigartige Tradition zurück: Seit nunmehr 14 Jahren präsentiert sie als einziges deutsches Opernhaus in jeder Spielzeit eine neue große Opernproduktion für Zuschauer*innen ab 6 Jahren auf der Hauptbühne, gleichwertig neben den übrigen Produktionen – darunter regelmäßig Uraufführungen. In der Spielzeit 2018/19 steht neben der neuen Kinderoper ab 20. Februar 2019 wieder die deutsch-türkische Kinderoper Die Bremer Stadtmusikanten (Bremen Mızıkacıları) von Attila Kadri Şendil als Wiederaufnahme auf dem Spielplan, ein Auftragswerk aus dem Jahr 2017.

Die Produktion Der Zauberer von Oz wurde finanziell unterstützt durch die Berliner Sparkasse, die Heinz und Heide Dürr Stiftung, die Karl Schlecht Stiftung sowie den Förderkreis Freunde der Komischen Oper Berlin e.V..
21.09.2018

Der neue GMD Ainārs Rubiķis gibt seinen Konzert-Einstand mit Percussion-Star Martin Grubinger / 12.10.

Ravel und Holst treffen auf John Coriglianos Schlagwerkbeschwörung »Conjurer«
Freitag, 12. Oktober 2018 | 20 Uhr Konzert | 19:15 Uhr Einführung

Mit Martin Grubinger eröffnet einer der profiliertesten Multipercussionisten unserer Tage als Solist die Konzertsaison des Orchesters der Komischen Oper Berlin. Unter der Leitung des frischgebackenen Generalmusikdirektors Ainārs Rubiķis hat er eines der wenigen Solo-Konzerte für Schlagzeug im Gepäck, welches das klangliche und rhythmische Spektrum von Trommeln, Holz- und Metallschlagwerk in seinem ganzen Reichtum erkundet. John Coriglianos 2008 uraufgeführtes Werk Conjurer erfordert in Hinblick auf technische Perfektion und musikalische Vielfältigkeit einen wahren Hexenmeister – so die deutsche Übersetzung des Titels. Martin Grubinger war schon 2011 Solist der deutschen Erstaufführung des Werks und interpretiert es seitdem regelmäßig, so auch im vergangenen Winter gemeinsam mit dem Gewandhausorchester Leipzig unter der Leitung von Ainārs Rubiķis, als der lettische Dirigent dort kurzfristig einsprang.
Im ersten Teil der Konzerts lässt das Orchester der Komischen Oper Berlin unter der Leitung seines neuen Chefs zwei Dauerbrenner des Orchesterrepertoires erklingen: Das vielleicht raffinierteste Crescendo der Konzertliteratur – Maurice Ravels 1928 ursprünglich als Ballettmusik uraufgeführter Boléro – führt hin zu Gustav Holsts klangmächtigen Die Planeten, die nur rund ein Jahrzehnt zuvor entstandene Hommage an das damals bekannte Sonnensystem. In Holsts Suite für großes Orchester und Frauenchor unterstützen die Damen der Berliner Singakademie das Orchester der Komischen Oper Berlin.

Das erste Sinfoniekonzert bildet den Auftakt zu einer Reihe von drei aufeinanderfolgenden Konzertterminen, mit denen sich Ainārs Rubiķis auf dem Konzertpodium als neuer Generalmusikdirektor der Komischen Oper Berlin dem Publikum vorstellt. Es folgen am 23. November 2018 ein Konzert mit Fazıl Say im Rahmen des Festivals »Bernstein 100« mit Leonard Bernsteins Sinfonie Nr. 2 The Age of Anxiety und Anton Bruckners Sinfonie Nr. 7 E-Dur sowie am 1. Februar 2019 ein Programm mit Werken von Ludwig van Beethoven und Ottorino Respighi.
13.09.2018

Saisoneröffnungs-Premiere »Die tote Stadt« – Hausdebüt von Starregisseur Robert Carsen und Einstand von Ainārs Rubiķis als neuer GMD / 30.9.

Musikalischer Psychothriller von Erich Wolfgang Korngold mit Sara Jakubiak und Aleš Briscein in den Hauptpartien | Livestream der Premiere
Premiere: Sonntag, 30. September 2018 | 19 Uhr

Als Die tote Stadt 1920 ihre Uraufführung feierte – zeitgleich in Köln und Hamburg – gelang dem 23jährigen Erich Wolfgang Korngold ein Sensationserfolg, der binnen weniger Jahre fast alle wichtigen Opernbühnen der Welt eroberte, von der Wiener Staatsoper (1921) über die New Yorker Metropolitan Opera (1921) sowie Prag und Zürich (1923) bis Berlin (1924).
Mit diesem Musiktheater-Psychothriller gibt der kanadische Star-Regisseur Robert Carsen an der Seite des neuen Generalmusikdirektors Ainārs Rubiķis sein Debüt an der Komischen Oper Berlin. Das Haus präsentiert damit – nach Franz Schrekers Die Gezeichneten in der letzten Spielzeit– eine weitere erfolgreiche Oper aus den auch künstlerisch so bewegten Jahren zwischen den beiden Weltkriegen, von einem Komponisten, dessen Werk nach 1933 verdrängt wurde und lange in Vergessenheit geriet. In den Hauptrollen sind die amerikanische Sopranistin Sara Jakubiak, die in der letzten Saison an der Deutschen Oper Berlin in der Titelpartie von Korngolds Das Wunder der Heliane triumphierte, und Aleš Briscein, am Haus zuletzt als Lenski in Jewgeni Onegin gefeiert, zu erleben. Die Partien des Frank/Fritz übernimmt Ensemblemitglied Günter Papendell.
Tief hinein ins undurchdringbare Gewirr des Unterbewusstseins führt die um Tod, Trauer und daraus resultierende Obsessionen kreisende Handlung, die auf dem 1892 erschienenen Roman Bruges-la-Morte von Georges Rodenbach basiert. Gemeinsam mit seinem Vater zeichnet Erich Wolfgang Korngold unter Pseudonym auch für das Libretto verantwortlich und liefert mit seiner spätromantischen Musik einen vielschichtigen Soundtrack zu dem Seelendrama rund um die zentrale Figur Paul. Dieser lebt nach dem Tod seiner geliebten Frau Marie fast vollkommen isoliert und trauert der Vergangenheit nach. Als er sich in die Tänzerin Marietta, die Marie bis aufs Haar zu gleichen scheint, verliebt, gerät sein prekäres psychisches Gleichgewicht aus den Fugen. Er verfängt sich zunehmend zwischen der idealisierenden Erinnerung an Marie und der Realität von Marietta – mit dramatischen Folgen.
Den kanadischen Regisseur und Lichtdesigner Robert Carsen interessiert wie in vielen seiner Regiearbeiten die Psychologie von Werk und Figuren. Gemeinsam mit Bühnenbildner Michael Levine und Kostümbildnerin Petra Reinhardt verlegt er die Handlung in die Entstehungszeit der Oper. Er seziert die Tiefe von Pauls (Alb-)Traum und fragt: Was ist noch Traum, was schon Wirklichkeit? In Berlin präsentierte zuletzt 2004 die Deutsche Oper eine Neuproduktion dieses Schlüsselwerks der 1920er Jahre.

Premiere im Live-Stream auf www.OperaVision.eu
Die Premiere von Die tote Stadt wird als erster Stream der laufenden Spielzeit über www.OperaVision.eu live übertragen und ist dort nach der Premiere noch 6 Monate abrufbar. Die nächste geplante Übertragung in der Saison 2018/19 ist die Uraufführung von Moritz Eggerts M – Eine Stadt sucht einen Mörder (Regie: Barrie Kosky) am 5. Mai 2019.
OperaVision baut auf dem Erfolg von The Opera Platform auf – die Plattform, die von Opera Europa mit Geldern von Creative Europe betrieben wurde und die mit über 3 Millionen Besucher*innen innerhalb von zweieinhalb Jahren ein treues Publikum gewinnen konnte. Durch die Anschlussfinanzierung von Creative Europe ist der Betrieb des Portals bis Dezember 2020 gesichert.
Am 8. September kehrt die Komische Oper Berlin aus der Sommerpause zurück. Mit zwei Erfolgsproduktionen startet sie in die Spielzeit 2018/19: Mozarts Zauberflöte in der lebendigen Animations-Inszenierung von der britischen Theatergruppe 1927 und Barrie Kosky feiert am Samstag, 8. September ihre Wiederaufnahme. Am Pult steht der neue Generalmusikdirektor Ainars Rubiķis. Genau eine Woche später, am 15. September, kehrt mit dem Musical Anatevka einer der großen Erfolge der vergangenen Spielzeit zurück, ebenfalls inszeniert von Intendant und Chefregisseur Barrie Kosky – mit Max Hopp und Dagmar Manzel in den Hauptrollen. Beide Produktionen werden an weiteren Terminen im September gespielt.

Am Sonntag, 9. September öffnet sich das Haus an der Behrenstraße dann ab 10 Uhr wieder für alle Opernfreund*innen ab 4 Jahren für das traditionelle Kinderfest zum Saisonbeginn. In diesem Jahr bietet sich ein buntes Spektakel für die ganze Familie rund um die neue Kinderoper Der Zauberer von Oz, die am 28. Oktober 2018 ihre Premiere feiert. Der Eintritt ist frei, für die drei Konzerte im großen Saal werden Platzkarten benötigt, die vorab oder am Tag des Festes an der Opernkasse erhältlich sind.

Am Sonntag, 16. September um 15 Uhr laden das Orchester der Komischen Oper Berlin unter der Leitung von Corinna Niemeyer, die Mezzosopranistin Marta Mika und Moderator Robin zum ersten Kinderkonzert der Saison. Unter dem Titel »Ritter, Räuber und Rapunzel« erklingen unter anderem Modest P. Mussorgskis »Das alte Schloss« aus Bilder einer Ausstellung und Václav Trojans Märchen-Konzertsuite Der verzauberte Prinz, der tapfere Ritter und der böse Drache. Das Konzert richtet sich an Kinder ab 4 Jahren und ihre Familien.

Weitere Informationen zu den einzelnen Produktionen, Terminen und Ticketpreisen in der vollständigen Meldung im Download

13.07.2018

Erfolgreiche Jubiläumsspielzeit

Saisonabschluss 2017/18 und Auftakt 2018/19
Mit restlos ausverkauften Vorstellungen von Die Nase und Anatevka im Rahmen des traditionellen Komische Oper Festivals endet an diesem Wochenende die Saison 2017/18 an der Komischen Oper Berlin. Das Opernhaus an der Behrenstraße zieht eine erfolgreiche Bilanz seiner Jubiläumsspielzeit zum 70. Geburtstag: In der sechsten Saison unter Intendant und Chefregisseur Barrie Kosky präsentierte es sich mit von Publikum und Presse gefeierten Neuproduktionen, darunter Satyagraha in der Inszenierung von Sidi Larbi Cherkaoui (in Koproduktion mit dem Theater Basel und der Opera Vlaanderen) sowie die Barrie-Kosky-Produktionen Pelléas et Mélisande, Anatevka, Semele (für die erkrankte Laura Scozzi) und Die Nase (in Koproduktion mit dem ROH London und Opera Australia), und vielfältigem Repertoire von Die Perlen der Cleopatra über Xerxes bis hin zu Jewgeni Onegin künstlerisch in ausgezeichneter Form. Mehrere erfolgreiche Gastspiele, unter anderem eine Tournee mit dem gesamten Ensemble und Die Zauberflöte nach Japan, Konzerte, ein breit gefächertes Angebot für junge Opernbesucher*innen, ein Stummfilm-Festival sowie ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm zum 70. Geburtstag runden die Saison ab.
Die Komische Oper Berlin freut sich auch bei den Zahlen über eine erfolgreiche Bilanz 2017/18. Die Gesamtauslastung lag bei rund 88,4%, es wurden mehr als 211.000 Karten für 234 Vorstellungen, davon 208 auf der großen Bühne, verkauft. Dies ist in Hinblick auf die Auslastung das beste Ergebnis seit Beginn von Barrie Koskys Intendanz. Neuproduktionen und Repertoire waren wieder gleichermaßen gefragt. Zu den erfolgreichsten Produktionen der Spielzeit, die (annähernd) ausverkauft waren, zählen die Neuproduktionen Anatevka, Satyagraha und Die Nase sowie im Repertoire Die Zauberflöte, My Fair Lady, Die Perlen der Cleopatra, Xerxes, Die schöne Helena sowie Schneewittchen und die 77 Zwerge.

Am 8. September eröffnet die Spielzeit 2018/19 mit der Wiederaufnahme des Welterfolgs Die Zauberflöte, die bis zum 4. November achtmal zu erleben sein wird und mit der das Ensemble im Februar und März 2019 zudem in Perth, Adelaide und Auckland gastiert. Am 15. September kehrt Barrie Koskys gefeierte Anatevka-Inszenierung mit Dagmar Manzel und Max Hopp zurück. Am 9. September lädt das Haus zum jährlichen Kinderfest zum Spielzeitauftakt ein, dieses Jahr unter dem Motto Der Zauberer von Oz, der neuen Kinderopernproduktion, die am 28. Oktober Premiere feiert. Platzkarten für die Konzerte im Saal sind ab sofort an der Opernkasse erhältlich. Am 30. September steht mit der Neuinszenierung Die tote Stadt von Robert Carsen die Saisoneröffnungs-Premiere auf dem Spielplan, unter der Musikalischen Leitung des neuen Generalmusikdirektors Ainārs Rubiķis. Weitere Highlights im Herbst sind die Sinfoniekonzerte unter dem Dirigat von Ainārs Rubiķis mit Martin Grubinger bzw. Fazıl Say (12. Okt bzw. 23. Nov) sowie das Festival Bernstein 100 mit der Premiere Candide in einer Inszenierung von Hausherr Barrie Kosky (23. bis 25. Nov).

Ausführliche Informationen zur Saison 2018/19 finden Sie hier.
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