21.05.2019

Komische Oper Festival 2019 –
Voller Einsatz zum Saisonabschluss

Alle Neuproduktionen der Saison 2018/19 an sechs Tagen mit Rahmenprogramm
Vom 25. bis zum 30. Juni präsentiert die Komische Oper Berlin wieder ihr traditionelles Festival zum Saisonabschluss. Kurz vor der Sommerpause bündelt das Haus noch einmal seine gesamten Kräfte, vom Ensemble über die Bühne bis hin zur Dramaturgie, und lädt sein Publikum an sechs aufeinander folgenden Abenden zu Vorstellungen der sechs Neuproduktionen dieser Spielzeit ein – in einer ganz besonderen Opernabend-Atmosphäre, die alle Sinne anspricht. Beim Komische Oper Festival ist die ganze Vielfalt der aktuellen Neuproduktionen zu erleben – mit einem jeweils einzigartigen Rahmenprogramm für Auge, Ohr, Geschmack und Intellekt. An jedem Abend erwarten das Publikum rund um die Vorstellung Musik im Foyer, Begrüßungsdrinks, interessante Einführungsvorträge vor und spannende Diskussionen mit mitwirkenden Künstler*innen nach jeder Vorstellung. Einige Produktionen wie Poros, M – Eine Stadt sucht einen Mörder und Die tote Stadt sind beim Festival zum vorerst letzten Mal zu erleben.

Seit 2008 lädt die Komische Oper Berlin Zuschauer aus Berlin, Deutschland und dem Ausland ein, die jüngsten Inszenierungen des Hauses in dieser dichten, alle Sinne ansprechenden Festival-Form zu erleben oder neu zu entdecken. In den Einführungsvorträgen vor den Vorstellungen stimmen die Dramaturg*innen auf die Inszenierungen und ihre Hintergründe ein und stellen darüber hinaus das jeweilige Werk in einen größeren Zusammenhang – mit einem Themenspektrum von »Fußball und Oper« bis hin zu »Humor und Katastrophen von Voltaire bis Monty Python«. In den Gesprächen im Anschluss kommen außerdem (Sänger-)Darsteller*innen, Dirigenten und weitere Gäste zu Wort – von Mimì-Interpretin Nadja Mchantaf über M-Komponist Moritz Eggert bis hin zu den Geschwistern Pfister. Das Haus öffnet für die Festivalvorstellungen ganz sommerlich-entspannt bereits 90 Minuten vor Vorstellungsbeginn – bei gutem Wetter mit Freilufttresen in der Behrenstraße –, die Einführungsvorträge beginnen jeweils eine Stunde vorher.
15.05.2019

Paul Abrahams Fußball-Operette »Roxy und ihr Wunderteam« | Premiere: 31.5.

Die Geschwister Pfister sind zurück an der Komischen Oper Berlin | Im bewährten Team mit Regisseur Stefan Huber und Dirigent Kai Tietje
Premiere: Freitag, 31. Mai 2019 | 19:30

Die Mannschaft von Kapitän Gjurka Karoly feiert gerade den Sieg über das englische Team, da platzt die selbstbewusste Roxy ins Hotelzimmer der Fußballer – eine Braut auf der Flucht vor ihrer Hochzeit. Kurzerhand wird Roxy im Gepäck verstaut und mit ins ungarische Trainingslager genommen. Doch Ex-Bräutigam Bobby und Onkel Sam Cheswick – die personifizierte schottische Sparsamkeit – heften sich an ihre Fersen. Der eine, weil er seiner zukünftigen Ehegattin hinterhertrauert, der andere, weil er die aussichtsreiche Verbindung zum Sohn eines einflussreichen Automatenbuffets-Herstellers flöten gehen sieht. Doch auch Mannschaftskapitän Gjurka Karoly sieht sich vor Herausforderungen gestellt: Zum einen gilt es die Mannschaft für die Revanche gegen das englische Team fit zu machen – was nicht leichter wird, als sich ein Mädchenpensionat im gleichen Landhaus wie die Fußballer einnistet. Zum anderen entdeckt Gjurka ungeahnte Gefühle für die neue Teamkameradin ...

Paul Abrahams Operette wurde unter dem Titel 3:1 für die Liebe 1936 in Budapest uraufgeführt, also nur wenige Jahre nach seinem Durchbruch in Berlin mit den drei Operetten Viktoria und ihr Husar, Blume von Hawaii und Ball im Savoy und nach Abrahams unfreiwilliger Rückkehr in seine ungarische Heimat im Zuge der Machtübernahme der Nationalsozialisten. 1937 bringt Abraham sein neustes Werk als Roxy und ihr Wunderteam in Wien zur deutschsprachigen Erstaufführung, stilecht im Beisein der österreichischen Fußball-Nationalmannschaft. Die von den Nationalsozialisten propagandistisch genutzte Austragung der Olympischen Spiele 1936 geben Abraham und seinen Librettisten Alfred Grünwald und Hans Weigel reichlich Stoff für eine parodistische Sportoperette mit Sitte und Moral als ergiebigem Ziel für unterhaltsamen Spott!

Verwandlungen und das Spiel mit »Sitte und Moral« sind Markenzeichen der Geschwister Pfister, und so darf man gespannt sein auf Ursli Pfister (Christoph Marti) als Roxy, die 11 Männer zum Tanzen bringt, auf Toni Pfister (Tobias Bonn) als singenden und tanzenden Fußball-Kapitän und auf Fräulein Schneider (Andreja Schneider) als resolute Pensionatsleiterin. Regisseur Stefan Huber und Dirigent und Arrangeur Kai Tietje bringen das Trio nach den Erfolgen Clivia und Heute Nacht oder nie nun zum dritten Mal gemeinsam auf die Bühne der Komischen Oper Berlin.
01.05.2019

Tine Thing Helseth trifft auf Kristiina Poska / 10.5.

Krzysztof Penderecki trifft auf Joseph Haydn und Johannes Brahms
Freitag, 10. Mai 2019 | 20 Uhr Konzert | 19:15 Uhr Einführung

Ein Trompetenkonzert, das als Initialwerk der Gattung gilt, trifft sich zum Rendezvous mit einem Pendant aus der jüngsten Vergangenheit, das sich spielerisch mit der Tradition der Gattung auseinandersetzt. Im ersten Teil des Sinfoniekonzertes des Orchesters der Komischen Oper Berlin unter der musikalischen Leitung von Kristiina Poska, ehemals Erste Kapellmeisterin am Haus, erklingen zwei Pole einer Gattung. Mehr als zwei Jahrhunderte trennen  Joseph Haydns Konzert und Krzysztof Pendereckis Concertino für Trompete und Orchester. Haydn schrieb sein Konzert 1796 als Bravourstück für die erste Klappentrompete, die den Übergang zum modernen Ventilinstrument markiert, Penderecki stellt der Trompete 2015 die rhythmischen Impulse eines Arsenals von Perkussionsinstrumenten gegenüber. Die Solo-Parts der beiden Werke interpretiert die junge norwegische Trompeterin Tine Thing Helseth, die im Februar 2017 als spontane Einspringerin das Konzertpublikum der Komischen Oper Berlin im Sturm eroberte und inzwischen weltweit gastiert. Indem sie Pendereckis  Fassung der Solokadenz  von Haydns Konzert spielt,  verbindet sie auf charmante Weise beide Werke miteinander.

In der zweiten Konzerthälfte erklingt ein Werk, das gleichsam zur Halbzeit zwischen den beiden Trompetenkonzerten entstanden und seinerseits ein Meisterwerk seiner Gattung ist: Im Oktober 1885 erlebte Johannes Brahms 4. Sinfonie in e-Moll unter der Leitung des Komponisten mit der Herzoglichen Hofkapelle in Meiningen ihre Uraufführung.  Sie ist seine wohl persönlichste Sinfonie und stellt zugleich ein visionäres Unikat dar, das während der Entstehungszeit Vertraute und Weggefährt*innen irritierte, dann aber schnell seinen Weg ins Repertoire fand und schließlich selbst noch Arnold Schönberg beeindruckte. In der Vierten kombiniert Brahms eine großartige Architektur aus kleinsten motivischen Bestandteilen mit großen, kompositorisch klug konstruierten Entwicklungen und verbindet ehrfurchtsvoll musikhistorische Traditionen mit individuellem, romantischem Ausdruck.
12.04.2019

Moritz Eggerts neue Oper »M – Eine Stadt sucht einen Mörder«: Barrie Kosky inszeniert erstmals in Berlin ein Auftragswerk / Premiere: 5.5.

Musiktheater zwischen Oper, Hörspiel und Großstadtsinfonie nach Fritz Langs Film | Uraufführung unter der Leitung von Generalmusikdirektor Ainārs Rubiķis
Premiere: Sonntag, 5. Mai 2019 | 19 Uhr

Fritz Langs berühmter Kriminalfilm M – Eine Stadt sucht einen Mörder aus dem Jahre 1931 wird zum Ausgangspunkt einer neuen, ungewöhnlichen Oper. Die Vertonung des mehrfach ausgezeichneten Pianisten und Komponisten Moritz Eggert basiert auf einem Libretto, das Textpassagen des Drehbuchs mit Kinderliedern und Gedichten von Walter Mehring kombiniert. Anders als im Film steht im Zentrum des Werks der Mörder. Und auch Eggerts Partitur will neue Wege beschreiten: Sprache, Geräusche und Musik vereinigen sich zu einem irisierenden Klanggemälde, das die Opernbesucher*innen mithilfe eines elektronisch verstärkten und teilweise verfremdeten Surround-Klangs in den Kopf des Mörders entführt. Eine wilde Mischung aus liedartigen Melodien, sphärischen Klangräumen, Drehorgeln, Jazz und Synthesizern ergeben ein Stadt-Klangbild, das gleichermaßen die bedrohlich empfundene Außenwelt schildert wie es inneres Seelengemälde des Gejagten ist.
28.03.2019

Gabriela Montero trifft auf Mozart und Schostakowitsch

Debüt von Dirigent José Luis Gomez beim Orchester der Komischen Oper Berlin
Freitag, 12. April 2019 | 20 Uhr Konzert | 19:15 Uhr Einführung

Zwei Klavierkonzerte, wie sie kaum unterschiedlicher sein können: Dmitri D. Schostakowitsch hat sein 1933 entstandenes erstes Klavierkonzert einmal als »spöttische Herausforderung an den konservativ-seriösen Charakter des klassischen Konzertgestus« beschrieben. Seine anarchisch-subversive Auseinandersetzung mit der Gattung, in der sich Fetzen und Versatzstücke unterschiedlichster Herkunft zu einem frechen und teilweise irritierendem Patchwork zusammenfügen und eine Trompete dem Klavier den Solopart streitig macht, erscheint fast wie eine Parodie auf die klassische Form, für die Wolfgang Amadeus Mozarts Klavierkonzert Nr. 14 in Es-Dur ein Vertreter par exellence ist: ein perfekt austariertes Wechselspiel zwischen Klavier und Orchester, ausgewogen und klar strukturiert. Das Sinfoniekonzert des Orchesters der Komischen Oper Berlin bietet am 12. April Gelegenheit, diese beiden so unterschiedlichen Vertreter der Gattung in der Interpretation einer Pianistin zu erleben, die sich wie kaum eine andere gleichermaßen einen Namen als Interpretin des Repertoires und – durch ihr herausragendes Improvisationstalent – als Erneuerin der klassischen Konzertaufführung gemacht hat: Gabriela Montero.

Gerahmt werden die beiden Klavierkonzerte von jeweils verwandten Orchesterwerken. Das Libretto zu Schostakowitschs Ballettmusik Das goldene Zeitalter erzählt eine absurde Geschichte mit einfacher politischer Botschaft: Arbeiter aller Länder, vereinigt euch! Der Komponist schildert 1930 einen turbulenten Klassenkampf in Form eines Pasticcios aus den unterschiedlichsten Tänzen, von Cancan über Tango bis hin zur Pas-de-Deux-Parodie – humorvoll, voller Energie und Farben. Wie auch sein erstes Klavierkonzert trafen die durch Leichtigkeit und Humor geprägten Werke nicht den Geschmack des linientreuen »Sozialistischen Realismus«. Das goldene Zeitalter überlebte nur in Form einer Suite, Schostakowitschs erstes Klavierkonzert wurde erst spät wiederentdeckt. Mozarts Sinfonie Nr. 40 in   g-Moll, die vier Jahre nach dem ebenfalls im Konzert zu hörenden Klavierkonzert Nr. 14 entstand und im zweiten Konzertteil erklingt, zählt zu seinen bekanntesten Werke, obwohl – oder gerade weil – seine Stimmung kaum greifbar ist. Sie pendelt zwischen besorgter Unruhe und freudiger Erwartung, schlägt von einem Moment zum nächsten in die andere Richtung um – mit einer anarchischen Leichtigkeit, wie es nur die Musik vermag. Die musikalische Leitung des Konzerts liegt in den Händen des im Heimatland von Gabriela Montero, Venezuela, geborenen spanischen Dirigenten José Luis Gomez. Den Trompeten-Solopart übernimmt Michael Stodd
13.02.2019

Zehn Jahre »Abenteuer Oper!« / ab 18. Feb

Das generationenübergreifende Abenteuer für Grundschüler*innen und Senior*innen in Kooperation mit der Stiftung Berliner Leben geht weiter
Projektwochen ab 18. bzw. 25. Februar sowie 11. März 2019

Das generationenübergreifende Projekt der Komischen Oper Berlin und der Stiftung Berliner Leben bringt Szenen der Kinderoper auf Schulbühnen. Medienvertreter*innen sind herzlich eingeladen zu den Workshops sowie zu der Vorstellung Die Bremer Stadtmusikanten in der Komischen Oper Berlin und einem Nachgespräch mit Schüler*innen.

Im Februar 2019 geht das Projekt »Abenteuer Oper!« der Komischen Oper Berlin und der Stiftung Berliner Leben in die zehnte Saison. Dabei erarbeiten Grundschüler*innen mit Unterstützung von Senior*innen aus strukturschwachen Berliner Kiezen in Spandau und Kreuzberg während einer fünftägigen Projektwoche eine eigene Schulaufführung. In diesem Jahr steht die deutsch-türkische Kinderoper Die Bremer Stadtmusikanten – Bremen Mızıkacıları im Fokus der Projektarbeit – und später auf der Bühne.
Die Vorbereitungen auf die Schulaufführung vor den Mitschüler*innen und Familien bietet Raum für persönliche Interpretationen des klassischen Märchenstoffes und ermutigt die Projektteilnehmer*innen, einen eigenen Ausdruck für die von ihnen gewählten Charaktere zu finden. Ihren Abschluss finden die Projektwochen im April mit dem Besuch der Aufführung durch das Ensemble der Komischen Oper Berlin. Hier erleben die Kinder und Senior*innen mit ihren Familien, wie die Profi-Sänger*innen die Charaktere und Themen auf die Bühne bringen.
11.02.2019

Midori interpretiert Schumanns Violinkonzert / 22.2.

Im Sinfoniekonzert unter der Leitung von Hermann Bäumer trifft Robert Schumann auf Jean Sibelius und Felix Mendelssohn Bartholdy
Freitag, 22. Feb 2019 | 20 Uhr Konzert | 19:15 Uhr Einführung

Robert Schumanns einziges Konzert für Violine und Orchester blickt auf eine wechselvolle Geschichte zwischen Scheitern und Vergessen, propagandistischer Instrumentalisierung, musikalischer Verfälschung und später Renaissance. Nun interpretiert die seit mehr als 30 Jahren weltweit gefeierte japanische Geigenvirtuosin und UN-Friedensbotschafterin Midori Schumanns letztes Orchesterwerk gemeinsam mit dem Orchester der Komischen Oper Berlin unter der Leitung von Hermann Bäumer, flankiert von Werken von Felix Mendelssohn Bartholdy und Jean Sibelius.

Robert Schumanns Violinkonzert entstand aus der engen künstlerischen Freundschaft des Ehe-paars Schumann mit dem jungen Geigenvirtuosen Joseph Joachim. Dieser bat Schumann um ein Solokonzert. Zwei geplante Uraufführungstermine 1853 und 1854 scheiterten, weil man doch dem Beethoven-Violinkonzert den Vorzug gab bzw. weil sich Joachim als Dirigent und Solist in Personalunion wohl überschätzte. Nach Schumanns Selbstmordversuch im März 1854 wurde es still um das Violinkonzert. Als der Komponist zwei Jahre später verstarb, wanderte das Manuskript über Joseph Joachim ins Archiv und geriet bis in die 1930er Jahre in Vergessenheit. Die nationalsozialistische Kulturpolitik grub es wieder aus, nachdem Mendelssohns Violinkonzert als »entartet« von den Konzertspielplänen verbannt wurde. Ein prominenter Ersatz sollte etabliert werden. Der Geiger Georg Kulenkampff und die Berliner Philharmoniker unter Karl Böhm sicherten sich 1937 – 84 Jahre nach Schumanns Tod – eine propagandistisch inszenierte Uraufführung. Um das Werk für Kulenkampff spielbar zu machen, hatte man allerdings starke Eingriffe in der angeblich unspielbaren Solostimme vorgenommen. Nur wenige Wochen später widerlegte Yehudi Menuhin die behauptete Unspielbarkeit, indem er das Werk in der Originalfassung in den Vereinigten Staaten spielte. Seit den 1950er Jahren setzten sich zahlreiche Geiger für das Violinkonzert ein und es erlebte eine Renaissance, die 2009 mit einer umfassend recherchierten Urtextausgabe bekräftigt wurde.

In der zweiten Konzerthälfte erklingt die Sinfonie Nr. 5 in Es-Dur von Jean Sibelius – eine sehr persönliche Auseinandersetzung mit den Strömungen der Moderne, in die Sibelius Natureindrücke seiner finnischen Heimat hat einfließen lassen. Den Konzertauftakt bildet die Konzertouvertüre Meeresstille und glückliche Fahrt von Felix Mendelssohn Bartholdy. Dieser ließ sich dafür von Gedichten seines Freundes Goethe inspirieren.
05.02.2019

Unisono für Vielfalt - Konzert für eine offene Gesellschaft / 24.3.

Die Berliner Orchester für Respekt und Toleranz
Sonntag, 24. März 2019, 16 Uhr im Konzerthaus Berlin

Erstmals in ihrer Geschichte schließen sich sieben große Berliner Orchester zusammen, um ein Konzert für eine offene und diverse Gesellschaft zu geben. Am 24. März um 16 Uhr spielen Musiker*innen der Berliner Philharmoniker, der Staatskapelle Berlin, des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin, des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin, des Konzerthausorchesters Berlin, des Orchesters der Deutschen Oper Berlin und des Orchesters der Komischen Oper Berlin unter dem Motto »Unisono für Vielfalt – Konzert für eine offene Gesellschaft« gemeinsam im Konzerthaus Berlin. Am Pult wird die Dirigentin Marie Jacquot zu erleben sein, durch das Konzert führt der Schauspieler Matthias Brandt. Das musikalische Programm reflektiert die Vielfalt der Orchestermitglieder und damit die der Gesellschaft: mit Kompositionen aus der Türkei, Tschechien, Argentinien, Japan, Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und anderen, von Johannes Brahms’ Ungarische Tänze über Paul Dukas’ La Péri und Astor Piazzollas Libertango bis hin zu Tōru Takemitsus Signals from Heaven und Ulvi Cemâl Erkins Köçekce-Suite. Die Orchester plädieren auf diesem Weg für Respekt und Toleranz, für Vielfalt nicht nur in den eigenen Reihen, sondern in der bundesdeutschen Gesellschaft.

Die sieben großen Berliner Orchester verstehen sich als Sinnbild für die Vielfalt der deutschen Gesellschaft. Auf die Verankerung im Kulturleben der Bundesrepublik Deutschland verweisen schon einige Namen dieser durch den Staat finanzierten Ensembles: Deutsches Symphonie-Orchester Berlin oder Orchester der Deutschen Oper Berlin. Zugleich gibt es wohl kaum Gruppen, die diverser und internationaler sind als die großen Berliner Orchester. Die Wurzeln der Musiker*innen reichen in die ganze Welt, u.a. nach China und Südkorea,  auf die arabische Halbinsel, in die USA, nach Südamerika, Russland, Australien und inviele europäische Länder.

Das Projekt, das Musiker*innen des Orchesters der Komischen Oper Berlin ins Leben gerufen haben, wird eigenverantwortlich von Orchestermusiker*innen aller Orchester als Gemeinschaftsprojekt ausgearbeitet und organisiert. Alle Einnahmen des Konzerts fließen einem gemeinnützigen Zweck zu.

Karten für 8 € (ermäßigt 5 €) sind im Konzerthaus Berlin erhältlich.
www.konzerthaus.de
+49 (0)30 20 30 9 2101

Kontakt: Dr. Andrea C. Röber, Komische Oper Berlin
a.roeber@komische-oper-berlin.de, +49 30 202 60 370
31.01.2019

Kultursenator Klaus Lederer stellt Leitungsteam für die Komische Oper Berlin ab 2022/23 vor

Susanne Moser und Philip Bröking werden Ko-Intendant*innen während der Generalsanierungs-Phase, Barrie Kosky wird für diese fünf Spielzeiten Hausregisseur
Für die Interimsspielzeiten während der geplanten Generalsanierung ab 2022 übernehmen Susanne Moser und Philip Bröking die Intendanz, Barrie Kosky bleibt der Komischen Oper Berlin als Hausregisseur künstlerisch eng verbunden.

Auf einer Pressekonferenz in der Komischen Oper Berlin stellte Dr. Klaus Lederer, Senator für Kultur und Europa, am heutigen Donnerstag gemeinsam mit Barrie Kosky, Intendant und Chefregisseur, das Leitungsteam des Hauses ab der Spielzeit 2022/23 vor, wenn das Haus in der Behrenstraße für voraussichtlich fünf Jahre generalsaniert wird und das Ensemble in andere Spielstätten ausweichen muss. Mit Susanne Moser, seit 2005 Geschäftsführende Direktorin, und Philip Bröking, seit 2005 Operndirektor, führen zwei enge Mitglieder aus dem aktuellen Leitungsteam der Intendanz von Barrie Kosky ab Sommer 2022 als Ko-Intendant*innen die Komische Oper Berlin durch diese herausfordernde Interimszeit und sorgen für größtmögliche Kontinuität und Stabilität. Künstlerisch gibt Barrie Kosky als Hausregisseur in den Interimsspielzeiten mit zwei Inszenierungen jährlich prägende Impulse für das Profil des Hauses. Damit bleibt er der Komischen Oper und der Stadt Berlin auch über das Ende seiner Intendanz eng verbunden.

Barrie Koskys Vertrag als Intendant läuft mit Ende der Spielzeit 2021/22 aus. Ab 2022 ist für das Haus eine auf fünf Jahre angesetzte Generalsanierung geplant, während der das Ensemble an unterschiedlichen Spielstätten in der Stadt Produktionen präsentieren wird. Auch als Ko-Intendant*innen bleiben Susanne Moser Geschäftsführende Direktorin und Philip Bröking Operndirektor.
17.01.2019

Ainārs Rubiķis und Daniel Lozakovich im Sinfoniekonzert | 1.2.

Beethoven trifft auf Respighi
Bei seiner Uraufführung im Jahr 1806 fiel Beethovens Violinkonzert bei Publikum und Presse durch. Unter anderem wurde über »unendliche Wiederholungen« geklagt – zu ungewohnt waren noch die Länge des Konzerts und die kompositorische Struktur voller dramatischer Kontraste. Erst als der junge Geigenvirtuose Joseph Joachim es 1844 unter der Leitung von Felix Mendelssohn Bartholdy in London gespielt hatte, wurde es vom gattungsbildenden Prototyp zu einer festen Größe im Konzertrepertoire und gilt inzwischen als Idealfall eines Solokonzertes. Der 17jährige schwedische Violinist Daniel Lozakovich, der bereits mehrfach mit dem Orchester der Komischen Oper Berlin gastiert hat, nimmt sich jetzt dieses herausragenden Werks an.

Mit diesem dritten Sinfoniekonzert beendet Generalmusikdirektor Ainārs Rubiķis seine Drei-Konzertreihe zum Auftakt seiner Berliner Amtszeit. Er rahmt das Violinkonzert mit zwei Werken, die jeweils Brücken zwischen Gegenwart und Vergangenheit schlagen: Die Kunstfertigkeit, mit der Beethoven in seiner Großen Fuge B-Dur op. 133 kontrapunktische Techniken des Barockzeitalters mit formalen Gestaltungsprinzipien seiner Tage zu vereinbaren wusste, erwies sich als zukunftsweisend. Auf der Basis eines überschaubaren motivisch-thematischen Bestands förderte er so eine nahezu unbegrenzte Vielfalt musikalischer Ausdruckswerte zu Tage. Komponisten wie Johannes Brahms oder Arnold Schönberg scheinen ohne das Vorbild von Beethovens Großer Fuge, die in Felix Weingartners zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstandenen Bearbeitung für Streichorchester erklingt, kaum denkbar.

Ottorino Respighis 1926 entstandene, ebenso opulent wie farbenreich instrumentierte Vetrate di chiesa stellen eine Folge musikalischer Stimmungsbilder dar, die von den gregorianischen Chorälen der mittelalterlichen Musik inspiriert sind, versinnbildlicht durch die titelgebenden Kirchenfenster. Respighi gehört zu einer um 1880 geborenen Gruppe italienischer Komponisten, die der Meinung waren, dass die reine Instrumentalmusik in ihrer Heimat seit dem kometenhaften Aufstieg der Oper vernachlässigt worden sei. Während Beethoven mit seinem op. 133 aus dem 18. bereits ins 19. Jahrhundert weist, so wendet Respighi mit seinen Vetrate di chiesa in spätromantisch verklärender Weise den Blick zurück auf einer lange zurückliegende Musikepoche.
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