Paul Abraham

Ball im Savoy

Operette in zwei Akten [1932]
Deutsch
3h 15m inkl. Pause
evtl. Restkarten
Mär 2019
Apr 2019
Mai 2019
Jun 2019
12 - 78 €
19:30 Uhr
19:30 Uhr
19:30 Uhr
19:00 Uhr
19:00 Uhr
19:00 Uhr
19:00 Uhr
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19:00 Uhr

Diese Saison - zum letzten Mal!

Paul Abraham, Oscar Straus, Emmerich Kálmán – nur drei von vielen Komponisten, die mit ihren Operetten in den 1920er und 30er Jahren große Erfolge am Metropol-Theater (im Gebäude der heutigen Komischen Oper Berlin) feierten. Aufgrund ihrer jüdischen Wurzeln fielen ihre Werke ab 1933 der rassistischen Kulturpolitik der Nationalsozialisten zum Opfer. Von einem Tag auf den anderen wurden aus gefeierten Stars Verfolgte, die ins Exil flohen. Von diesem tiefgreifenden kulturellen Einschnitt konnte sich gerade die Operette auch nach dem Krieg Jahrzehnte lang nicht erholen. Mit Beginn seiner Intendanz nahm Barrie Kosky diesen losen Faden einer zerschnittenen Tradition wieder auf, brachte verdrängte und vergessene Werke  – wie z. B. Eine Frau, die weiß, was sie will! von Oscar Straus, Arizona Lady oder Marinka von Emmerich Kálmán – szenisch oder in konzertanter Form wieder auf den Spielplan.
So läutete Barrie Kosky gleich von seiner ersten Spielzeit 2012/2013 an mit Paul Abrahams Ball im Savoy eine Operetten-Renaissance ein, von der alsbald auch andere Opernhäuser im deutschsprachigen Raum erfasst wurden. Das 1932 in Berlin (mit dem Orchester des Metropol-Theaters) uraufgeführte Meisterstück aus der Feder des jüdisch-ungarischen Komponisten Paul Abraham, eine schillernde Revue rund um Liebe, Sex und Paso Doble, erlebte 80 Jahre nach der Uraufführung seine Wiedererweckung in der Behrenstraße und zählt seitdem zu den Kassenschlagern des Hauses. Nun öffnet sich zum letzten Mal der Vorhang für die verrückte Geschichte rund um ein frisch vermähltes Society-Paar, dessen Treue auf die Probe gestellt wird.
Abrahams Musik dazu ist eine mitreißende Mischung aus Berliner Jazz, ungarischem Csárdás und wienerischem Schmelz und jiddischem Klezmer. Auch in der letzten Runde mit dabei: drei der großen Operetten Diven unserer Tage – Dagmar Manzel, Katharine Mehrling und Helmut Baumann. »Ein furioser Tanz auf dem Vulkan … mehr als drei Stunden Kabarett-Spektakel zwischen Doppelbödigkeit und Augenzwinkern.« [dpa]
 
In dieser verrückten, temporeichen Komödie trifft doppelbödiger Humor à la Feydeau auf die Bissigkeit einer Fledermaus – zu jazzigen Foxtrottklängen! Unter der Oberfläche bürgerlicher Moral brodelt es gehörig. Nur im Tanz lässt der Druck sich entladen. Zwar sollte sich der Tanz im Savoy alsbald als ein Tanz auf dem Vulkan erweisen und mit der politischen Zeitenwende ein abruptes Ende finden. Doch mit seinen weltoffenen Charakteren und glänzenden Shownummern wie »Wenn wir Türken küssen« und »Es ist so schön, am Abend bummeln zu gehen« schuf Abraham ein Meisterwerk auf dem Gebiet der Operette, das nicht zuletzt dank Barrie Koskys Neuinszenierung der Vergessenheit wieder entrissen werden konnte.
Text von Alfred Grünwald und Fritz Löhner-Beda

Im Repertoire seit 9. Juni 2013
So., 16. Juni 2019, 19:00 Uhr

Stab

Musikalische Leitung
Inszenierung
Bühnenbild / Licht
Kostüme
Choreographie
Dramaturgie
Pavel B. Jiracek

Besetzung

Marquis Aristide de Faublas
Madeleine de Faublas, seine Frau
Mustafa Bey, Attaché bei der türkischen Botschaft in Paris
Daisy Darlington, Jazzkomponistin
Tangolita, Argentinische Tänzerin
Archibald, Kammerdiener Aristides
Bébé, Zofe Madeleines
Célestin Formant
Pomerol, Ober im Savoy
Monsieur Albert
Frank Baer
René
Matthias Spenke
Pierre, Conférencier im Savoy
Chorsolisten der Komischen Oper Berlin
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Julia Spinola, 11.06.2013
Kuss um Kuss, weg ist der Zuckerguss
»Dieser Abend wird Kult … jene unwiderstehliche Mischung aus Berliner Jazz, ungarischen Zigeunerweisen, wienerischem Schmelz und Klezmer, die Paul Abrahams „Ball im Savoy“ wenige Wochen vor Hitlers Machtergreifung als eine der spektakulärsten Operetten der Weimarer Zeit in Berlin reüssieren ließ. Barrie Kosky verrät bei all der schillernden Schrillheit, die für seine Inszenierung typisch ist, zugleich in jeder Regiepointe seine große Liebe zu diesem Stück … Ball im Savoy vermittelt eine Ahnung davon, welches Niveau die deutsche Operette hätte erreichen können, wenn man ihre Komponisten nicht ins Exil getrieben hätte… das Orchester der Komischen Oper bringt die Originalität, die ansteckende Frechheit, die anarchisch überbordende Lebenslust unter Adam Benzwi mit so sicherem Gespür für das jazzig-verruchte Lebensgefühl im Berlin der Entstehungszeit zur Wirkung, als habe es nie etwas anderes gespielt … in den Hauptrollen glänzen als Berliner Lokaldiven und Publikumslieblinge die fabelhaft bühnenpräsente Dagmar Manzel, die aufsässig-quirlige Katharine Mehrling und Helmut Baumann, der bis 1999 das Theater des Westens leitete, wo er 1984 als Zaza in dem Erfolgsmusical „La Cage aux Folles“ brillierte. Hinreißend komisch gelingt Dagmar Manzel die Verwandlung der betrogenen Madeleine in eine sich selbst Mut machende Kokette. … es stimmt einfach alles: Sänger, Bühne, Kostüme, eine mitreißend temporeiche Inszenierung aus der Hand des Intendanten!«
Zur Kritik
klassik.com
Kevin Clarke, 11.06.2013
Barrie Kosky, I love you!
»Dieser neue Ball im Savoy an der Komischen Oper Berlin ist zweifellos der größte und richtungsweisendste und bemerkenswerteste Hit der aktuellen Hauptstadtsaison. … Jeder, der sich für Show, Stars und Spektakel interessiert, sollte sofort zur Kasse der Komischen Oper rennen – nicht laufen!«
Zur Kritik
Berliner Morgenpost
Klaus Geitel, 11.06.2013
Betrunken vor Freude
»Der Muntermacher Ball im Savoy, den die Komische Oper mit Verve, Intelligenz und Unterhaltsamkeit aufführt … Die Komische Oper Berlin reißt das Stück und seinen Komponisten aus dem leidigen Vergessen zurück und installiert ihn … als habe es noch nirgendwo auf der Welt ein vergleichbares Spektakel gegeben. Hat es auch nicht! … der Anblick dieser rasanten, immer lustig wagemutigen Inszenierung von Barrie Kosky besorgt die Beschwingtheit von allein… die wunderbare Dagmar Manzel, auf der eifersüchtig rastlosen Suche nach ihrem fremdgehenden Mann…alle gemeinsam singen sich einen Donnererfolg.«
Zur Kritik