Wolfgang Amadeus Mozart

Don Giovanni

Dramma giocoso in zwei Akten [1787]
Deutsch
3h 15m inkl. Pause
Don Juan, der Inbegriff des Verführers, inspirierte Mozart zu einer seiner schillerndsten Opern – frivol, witzig und tiefgründig in einem.
Regisseur Herbert Fritsch »desertiert« in seiner Lesart des Don Giovanni »in den formal virtuos arrangierten Nonsens« und »gibt dem Publikum so Gedankenfreiheit« [FAZ]. Hierfür besinnt er sich auf den archetypischen Kern des Don Juan und erweckt ihn als boshaften Harlekin zu neuem Leben – einen Verlierer, dreist, komisch zum Totlachen und unwiderstehlich zugleich, gerahmt durch die zarte, tiefschwarze Spitze Mozartscher Musik. Eine »faszinierende und intelligente Sichtweise fernab jeglicher Plattitüden« [KLASSIK.COM].
Kein anderes Werk Mozarts demonstriert auf so konsequente Weise die Total-Attacke auf jegliche Konvention – und das nicht nur inhaltlich, sondern auch formal. Hier purzeln die neuen Figuren, die nichts verbindet außer der ständig flüchtigen Hauptperson, nur so auf die Bühne. Gleich am Anfang gibt es das finale Messerstechen und bis zum bitter-absurden Ende geht es weiter Schlag auf Schlag und drunter und drüber. Das jedoch in überirdisch schönen Tönen. Regisseur Herbert Fritsch besinnt sich in seiner Lesart des Don Giovanni auf den archetypischen Kern des Don Juan und erweckt ihn als boshaften Harlekin zu neuem Leben – ein Verlierer, dreist, komisch zum Totlachen und unwiderstehlich zugleich, gehüllt in die lasziv-verspielte, tiefschwarze Spitze der Musik Mozarts.
Libretto von Lorenzo Da Ponte / Deutsche Fassung von Sabrina Zwach

Im Repertoire seit 30. November 2014
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neues-deutschland.de
Roberto Becker, 02.12.2014
Der mit Mozartkugeln schmeißt
»[Don Giovanni] Günter Papendell macht das fabelhaft leichtfüßig verstolpert, ist mal leichtsinnig, mal frech, immer selbstverliebt.Wenn er unterm Fenster vor einer Angebeteten eine Glühbirne in der Seitenloge ansingt, dann wird daraus eine Luftgitarrennummer, bei der er alle Register der Rockgeschichte zieht. Die Helden dieser Fritschiade laufen mit Lust an die Wand oder sie verhaken sich körperlich und verbal.«
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B. Z.
Bernhard Clemm, 01.12.2014
Die Quittung für Mozarts schlimmsten Finger
»Er ist DER Liebes-Schuft der Operngeschichte. In der Komischen Oper bekommt Don Giovanni jetzt die Quittung für sein Tun. Regie-Crasher Herbert Fritsch (63, „Murmel,Murmel“) heizt Mozarts schlimmstem Finger mächtig ein. Sonntagabend feierte die Inszenierung Premiere. Volksbühnen-Star Fritsch bringt das Drama als knallbunten Commedia-dell’Arte-Spaß auf die Bühne. Tollpatschig daherstolpernd und geschminkt wie ein Clown wirkt Don Giovanni (Günter Pappendell) wie eine Slapstick-Version des Batman-Joker. Die knalligen Kostüme (Victoria Behr) und das ironisch-manierierte Spiel perfektionieren den Jux.«
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Die Deutsche Bühne
Detlef Brandenburg, 30.11.2014
Der Vater der Klamotte
»Und dabei entzündet Fritsch, amtierender Herbergsvater der höheren Theaterklamotte, wieder sein bestechend präzises Feuerwerk des Klamauks. Da wird gehoppelt, hektisiert und gefuchtelt, man stolpert miteinander und übereinander und gegeneinander, da werden die Intervalle und Gesangs-Koloraturen pantomimisch verulkt und die musikalischen Ausdruckgesten parodiert, und immer mal wieder bricht ein schreiender, quietschender, im Takt der Musik kopfwackelnder Chor über die Bühne herein. Ja, Fritsch lässt es richtig krachen. Und doch kann man ihm eines nicht vorwerfen: dass sein Catch-as-catch-can der musikalischen Komik völlig am Werk vorbeiginge. Wenn Günter Papendells Zappel-Don-Giovanni ein ums andere Mal den Degen nicht in die, nun ja, Scheide bekommt und sich beim Versuch dazu in wilden Pirouetten vertorkelt, dann hat das durchaus seine Wahrheit.«
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