Henrik Nánási

Dirigent/Generalmusikdirektor seit der Spielzeit 2012/13
© Jan Windszus Photography
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Henrik Nánási stammt aus Pécs, Ungarn. Seine musikalische Ausbildung erhielt er am Béla-Bartók-Konservatorium in Budapest und an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien. Nach ersten Engagements am Stadttheater Klagenfurt und am Theater Augsburg wurde er 2007 Erster Kapellmeister und Stellvertretender Chefdirigent am Staatstheater am Gärtnerplatz in München. Er hat zahlreiche Auszeichnungen und Stipendien erhalten, so unter anderem die Würdigung der Bayreuther Richard-Wagner-Stiftung, das Stipendium des Bundesministeriums für Wissenschaft, Verkehr und Kunst sowie die Anerkennung der Dr. Martha Sobotka-Charlotte Janeczek-Stiftung für außerordentliche künstlerische Begabung.

Heute ist Henrik Nánási ein international gefragter Künstler an zahlreichen Opernhäusern. Er leitete Turandot am Royal Opera House Covent Garden in London, La Traviata an der Bayerischen Staatsoper und Carmen in der Arena di Verona. Weitere Aufgaben führten ihn an die Hamburgische Staatsoper, an die Oper Frankfurt sowie an die Dresdner Semperoper. Zuletzt gab er sein Debüt am Opernhaus Zürich, am Palau de les Arts Reina Sofia in Valencia und an der Lyric Opera of Chicago. Er arbeitet mit namhaften internationalen Orchestern zusammen, darunter das Radio-Symphonieorchester Wien, das Bruckner Orchester Linz, die Essener Philharmoniker, das Orchestra del Maggio Musicale Fiorentino, das Orchestra del Teatro di San Carlo di Napoli und das Orchestra del Teatro Massimo Palermo.
Seit der Spielzeit 2012/13 ist Henrik Nánási Generalmusikdirektor der Komischen Oper Berlin. Dort verantwortete er die musikalische Leitung der Neuproduktionen von Die Zauberflöte, Mazeppa, Così fan tutte, Der feurige Engel, Die schöne Helena, Don Giovanni, Gianni Schicchi/Herzog Blaubarts Burg, Jewgeni Onegin sowie im Sommer 2016 Cendrillon. In der Spielzeit 2016/17 wird er neben seinen Aufgaben an der Komischen Oper Berlin sein Debüt an der Opéra National de Paris mit Mozarts Die Zauberflöte geben. Darüber hinaus kehrt er an das Royal Opera House Covent Garden in London zurück, wo er Rossinis Il barbiere di Siviglia dirigieren wird, sowie an das Palau de les Arts Reina Sofia in Valencia mit einer Neuproduktion von Massenets Werther. Auf dem Konzertpodium gibt Nánási sein Debüt beim Orchestra del Teatro La Fenice di Venezia.
Süddeutsche Zeitung
Julia Spinola, 4.4.2017
Volk grölt, Solisten jammern
»Mussorgskys Musik …, die in [Der Jahrmarkt von Sorotschinzi] streckenweise ebenso bohrend wahrhaftig und eigenwillig klingt wie in seinen Meisterwerken, lohnt die Entdeckung. … Der Generalmusikdirektor der Komischen Oper, Henrik Nánási, schärft am Pult des prächtig spielenden Orchesters die Extreme, der Chor und der Kinderchor der Komischen Oper übertreffen sich, ergänzt vom Vocalconsort Berlin, selbst, und auch die solistischen Partien sind mit Agnes Zwierko als Chiwrja, Jens Larsen als Tscherewik, Mirka Wagner als Parasja und Alexander Lewis als Grizko glänzend besetzt.«
Zur Kritik
Berliner Morgenpost
Julia Kaiser, 02.02.2016
Im Dickicht der Gefühle
»Kosky zeigt, was er auch kann: behutsam führen, das Innerste der Figuren ins Äußere der Protagonisten kehren … Sehr differenziert ist der Klang, sensibel geführt von Generalmusikdirektor Henrik Nánási, sehr glaubwürdig Hand in Hand mit der Regie.«

Der Tagesspiegel
Udo Badelt, 03.03.2015
Blut klebt an allen Wänden
»Wie sich Saks und Stundyte einen existentiellen Kampf liefern, ist sensationell.«

Berliner Morgenpost
Georg Kasch, 03.03.2015
Dauergewimmel mit Musik
»Beide Einakter spitzt Bieito erwartungsgemäß krass zu.  … Jenseits der extremen szenischen Zuspitzungen geht von diesem Blaubart eine hypnotische Macht aus, diesem Albtraum voller symbolischer Angebote, ein Seelenstriptease, ein Kampf um den Besitz des jeweils anderen.«

inforadio.de
Barbara Wiegand, 02.03.2015
Blaubarts Burg und Gianni Schicchi in der Komischen Oper
»Die eine Oper voll schwarzen Humors - die andere abtauchend in düstre Seelentiefen. Die beiden nun zusammenzubringen - noch dazu ohne Pause, direkt aufeinander zu spielen - das ist gewagt - und am Ende durchaus gewonnen.«

Berliner Zeitung
Martin Wilkening, 12.10.2014
Der Hirte ist ein Cowboy ist ein Prinz
»Der Dirigent Henrik Nánási schafft es, nicht nur diesen Zitaten eine brennend präzise, jenseits des Komischen geradezu unheimliche Präsenz zu verleihen,sondern er kitzelt aus dem Orchester genau jenen leichten, verspielten und trotzdem latent aggressiven Offenbach-Ton heraus, der diese Musik lebendig macht. Und das Tempo stimmt, im Orchestergraben wie auf der Bühne, wo ein hochmotiviertes Ensemble zum Vergnügen des Publikums zeigen darf, was es außer Singen noch alles kann – vom Rollschuhfahren bis zum Tanzen.«
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Frankfurter Allgemeine Zeitung
21.01.2014
Die Seele ist doch kein kurzgeschorenes Nacktschaf
»Was hier dem Generalmusikdirektor Henrik Nánási mit seiner Kapelle und dem von David Cavelius einstudierten Chor gelungen ist, bringt einen beim Hören auf raffinierte Weise aus dem Konzept. Der Klang flüstert, wimmert und flimmert, dass die Zuordnung zu den Ursprüngen seiner Erzeugung unmöglich wird.«
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Berliner Morgenpost
27.02.2013
Grandiose Entdeckung an der Komischen Oper
»Donnerwetter! Was für eine grandiose Entdeckung … grandios zubereitet, inszenatorisch wie musikalisch … Henrik Nánási ist der geradezu feuersprühende Dirigent … Ivo van Hove setzt die Inszenierung mit erschreckender Energie in Gan g… atemberaubende Projektionen … die Sängerschar ist allererste Klasse!«
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SWR 2
Uwe Friedrich, 29.11.2012
Mit Gärtnerin und Zauberflöte
»Eine witzige, unterhaltsame und auch verblüffend anrührende „Zauberflöte“ … es funktioniert auch deshalb so überwältigend gut, weil Generalmusikdirektor Henrik Nánási sich als absoluter Glücksfall erweist … so originell erzählt hat man das garantiert noch nie gesehen und so gut musiziert nur selten gehört. Ein glatter Punktsieg für die Komische Oper!«
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Der Tagesspiegel
Udo Badelt, 25.10.2012
Heißer Asphalt
»Bartóks Der wunderbare Mandarin, atemlos schon in den ostinaten Figuren zu Beginn, wird zum Tanz auf dem heißen Asphalt, biegsam und strahlend das für dieses Stück so wichtige Blech«
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Berliner Zeitung
Peter Uehling, 25.10.2012
Das Schweigen der Oberarme
»Nánási geht seine Aufgabe nicht mit abgehangener Routine an, sondern durchaus mit künstlerischer Wissbegier: Sehr aktiv dringt er auf die Artikulation von Details, agil setzt er Schlaglichter auf herausragende Momente«
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