IGOR I – Russland

Pastorale, Petruschka und Feuervogel
Okt 2020
20:00 Uhr
11:00 Uhr
Der nahe St. Petersburg geborene, zeitweise in Paris lebende, in New York verstorbene Igor Strawinsky hat wie kaum ein anderer Komponist ein ebenso umfangreiches wie stilistisch breitgefächertes Œuvre vorzuweisen. In drei je 90 Minuten langen Konzerten beschäftigen sich Generalmusikdirektor Ainārs Rubiķis und Mitglieder des Orchesters der Komischen Oper Berlin intensiv mit Strawinskys Schaffen – und folgen ihm durch die drei Länder, die seine Biographie in drei Epochen teilen und ihn musikalisch prägten: Russland, Frankreich und die USA. Dabei erklingen nicht nur Werke Strawinskys – Kammermusiken sowie selten gespielte Arrangements seiner Orchesterwerke – sondern auch Kompositionen von Zeitgenossen.

Das erste Konzert widmet sich Strawinskys Anfängen und seinen ersten Erfolgen, mit denen er sich – sein russisches Erbe aufgreifend – an die Spitze der musikalischen Moderne katapultierte. Es beginnt mit seinem Kompositionsstudium bei Nikolai Rimski-Korsakow und reicht bis zu den ersten bahnbrechenden Werken, die er für Serge Diaghilews legendäre Ballets Russes schuf und die ihn mit einem Schlag berühmt machten. Unter anderem erklingen seine zu Studienzeiten entstandene Pastorale in einem späteren Instrumental-Arrangement für Violine und Holzbläser-Quartett sowie zwei seiner revolutionären Ballettmusiken: Szenen aus Petruschka in einem Arrangement von Yuval Shapiro und die Feuervogel-Suite Nr. 2 in einem Arrangement von Sebastian Gottschick. Ergänzt wird das Programm durch Werke von Nikolai Mjaskowski und Sergej Prokofjew, die (fast) zeitgleich wie Strawinsky am St. Petersburger Konservatorium studierten, unter anderem auch bei Rimski-Korsakow, und die in ihren Kompositionen auf die gleiche Tradition zurückgriffen, dabei aber für ganz unterschiedliche Entwicklungen in der russischen Musik des 20. Jahrhunderts stehen. Dem lebenslangen Exilanten Strawinsky, der nach 1914 nie wieder in Russland leben würde, stehen mit Mjaskowski ein »Volkskünstler der UdSSR« sowie mit Prokofjew ein Komponist gegenüber, der nach der Revolution zunächst in den Westen geflüchtet war, dann aber in sein inzwischen kommunistisch regiertes Heimatland zurückkehrte.

Der Feuervogel wurde ebenso wie Petruschka in Paris uraufgeführt, wo auch das kurze, 6-minütige Concertino entstand. Derlei Werke schlagen die Brücke zu Strawinskys zweiter »Heimat«, Frankreich, der das zweite Konzert (5./8. November) gewidmet ist.
Ура Игорю!
Programm

Igor Strawinsky (1882-1971)
Pastorale (1907; instr. 1923)
für Solo-Violine und Bläserensemble
Larghetto

Igor Strawinsky
Szenen aus Petruschka (1910-1911; rev. 1947)
für Flöte, Klarinette/Bassklarinette, Violine/Viola, Violoncello, Harfe und Klavier, arrangiert von Yuval Shapiro
Jahrmarkt
Szene und Danse Russe
Petruschka
Jahrmarkt

Nikolai Mjaskowski (1881-1950)
aus: Sinfonietta Nr. 3 a-Moll op. 68 (1946)
für Streichorchester
4. Satz: Allegro con fuoco


Igor Strawinsky
Concertino (1952)
für Flöte, Oboe, Englischhorn, Klarinette, 2 Fagotte, 2 Trompeten, 2 Posaunen, Violine und Violoncello

Sergej Prokofjew (1891-1953)
Ouvertüre nach hebräischen Themen op. 34 (1919)
für Klarinette, Streichquartett und Klavier
Un poco allegro

Igor Strawinsky
Suite Nr. 2 aus der Ballettmusik Der Feuervogel (1919)
für Klarinette, vier Saxophone und Klavier
arrangiert von Sebastian Gottschick
Introduktion – Der Feuervogel und sein Tanz – Variation des Feuervogels
Reigen der Prinzessinnen
Höllentanz des Zauberers Kaschtschej
Wiegenlied
Finale
Corona-Spielregeln
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Sa., 3. Oktober 2020, 11:00 Uhr

Stab

Musikalische Leitung

Besetzung

Es spielen Musiker*innen des Orchesters der Komischen Oper Berlin.