Moritz Eggert

M – Eine Stadt sucht einenrder

Oper in einem Akt [2019]
Deutsch
1h 45min (ohne Pause)
19:00 Uhr
19:30 Uhr
19:30 Uhr
19:00 Uhr
19:30 Uhr
19:30 Uhr
Fritz Langs berühmter Kriminalfilm aus dem Jahre 1931 in einer Vertonung des mehrfach ausgezeichneten Pianisten und Komponisten Moritz Eggert, in der sich Sprache, Geräusche und Musik zu einem irisierenden Klanggemälde vereinen. Im Zentrum von Barrie Koskys Inszenierung steht die schillernde Figur des von der Stadtmeute gehetzten Mörders, verkörpert von dem international erfolgreichen texanischen Bariton Scott Hendricks.
Die Stadt ist in Aufruhr! Ein Serienmörder treibt sein Unwesen. Mehrere Mädchen sind bereits tot aufgefunden worden. Mit Hochdruck und allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln fahndet die Polizei nach dem Täter. Auch die Kriminellen der Stadt bleiben nicht untätig. Denn die erhöhte polizeiliche Aktivität mit ihren Razzien und Hausdurchsuchungen ist in jeglicher Hinsicht »berufsschädigend«. So sieht sich der Täter, letztlich Opfer seiner krankhaften Triebe, nicht nur von der Polizei, sondern von allen Dieben, Einbrechern, Huren, Hehlern, Bettlern und Betrügern der Stadt verfolgt, gejagt und in den Wahnsinn getrieben.
Fritz Langs Film, eine der ersten deutschen Tonfilmproduktionen, wirft in für seine Zeit geradezu revolutionärer Weise die Frage nach der Schuldfähigkeit eines krankhaften Mörders auf. Angesichts einer alle Bevölkerungsschichten erfassenden Hetzjagd scheint der Täter immer mehr zum Opfer zu werden. Die Stadt selbst mit ihren Menschen, Autos, Gebäuden, Gerüchen und Geräuschen wird im Kopf des Gejagten zunehmend zum bedrohlichen Gegenspieler. Obwohl diese Großstadt nicht näher benannt wird, atmet der Film die Atmosphäre des Berlins der 1920er Jahre. Unter Verwendung von Kinderliedern und von Gedichten des in Berlin geborenen deutsch-jüdischen Schriftstellers Walter Mehring entwirft Komponist Moritz Eggert, in dessen Œuvre sich mehr als 20 ebenso eigenwillige wie verschiedenartige Bühnen­werke finden, ein Musiktheater zwischen Radiohörspiel, Dreigroschenoper und Großstadtsinfonie.
Libretto von Barrie Kosky und Ulrich Lenz nach dem gleichnamigen Film von Fritz Lang und unter Verwendung von Gedichten von Walter Mehring
Auftragswerk der Komischen Oper Berlin, finanziert durch die Ernst von Siemens Musikstiftung und Dr. Marshall E. Kavesh und Martin Laiblin

Fr., 24. Mai 2019, 19:30 Uhr

Stab

Musikalische Leitung
Inszenierung
Bühnenbild und Licht
Co-Bühnenbild
Kostüme
Dramaturgie
Kinderchor

Besetzung

M, der Mörder
Stimmen
Alma Sadé, Tansel Akzeybek, Absolvent*innen und Studierende der Hochschule für Schauspielkunst »Ernst Busch« Berlin: Emilia Giertler, Noëlle Haesling, Laura Kiehne, Max Haase, Jan Eric Meier, Daniel Warland
Kinderchor und Kinderkomparserie der Komischen Oper Berlin, Sänger*innen des Opernstudios und des Vocalconsorts Berlin

M – wie Maske!

In dieser Inszenierung war die Herstellung der Masken von besonderem Aufwand, deshalb haben wir in den Wochen vor der Uraufführung unserem Team der Maske und des Kostümwesens über die Schulter geschaut!
In dieser Inszenierung war die Herstellung der Masken von besonderem Aufwand, deshalb haben wir in den Wochen vor der Uraufführung unserem Team der Maske und des Kostümwesens über die Schulter geschaut!
BR Klassik
Maria Ossowski, 06.05.2019
Musikalische Reise in den Kopf eines Mörders
»Mit seiner Oper ›M - eine Stadt sucht einen Mörder‹ beweist Moritz Eggert, dass moderne Oper nicht anstrengen muss und unterhalten kann. … Eggert mischt Elemente … zu einer Symphonie der Großstadt, aber auch zu einer psychologischen Reise in die Seele eines verirrten Menschen … die Mörderjagd, setzt Regisseur Barrie Kosky in starke Bühnenszenen um. Während das Orchester unter der Leitung von Ainars Rubikis mit Sängern … die Klangbilder schafft, wandelt sich das Bühnengeschehen auf einem schmalen Steg, auf dem die Kinder dem Mörder nicht entkommen und er selbst weder seiner Seelenpein noch seinen Verfolgern entfliehen kann.«
Zur Kritik
concerti.de
Roland H. Dippel, 06.05.2019
Eines Mörders Selbstsuche
»Hausherr Barrie Kosky und Feuilleton-Liebling Moritz Eggert veropern Fritz Langs frühen Tonfilm – und feiern einen verdienten Erfolg. … In Musik und Text ist es Eggert und Kosky hervorragend gelungen, viele dramatische Bezüge von Fritz Langs raffinierter Klang- und Geräuschdramaturgie aufzugreifen und dennoch aus einer ganz anderen Perspektive zu agieren. ... Der baumhohe Bariton Scott Hendricks mit überdies elektroakustisch verstärkter Riesenstimme ist hier wie ein Gulliver im Land Liliput mit von Kindern dargestellten Erwachsenen. Aber anders als in einem Feriencamp, in dem Kinder eine möglichst ideale Erwachsenengesellschaft imitieren, jagt und zersetzt sich eine urbane Gesellschaft im Ausnahmezustand: Misstrauen, Schrecken, das Erliegen von Arbeitsprozessen. Die Darsteller tragen Kopfmasken, spielen dezent karikierte Kleinbürger, Spießbürger, Wutbürger und Gossenproletariat. Die über 60 Sänger des Kinderchors (bravourös einstudiert von Dagmar Fiebach und David Cavelius) sind, beflügelt und skandierend attackiert von hinter der Bühne agierenden Studierenden und Absolventen der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“, die Stars dieser Produktion. Sie agieren genau das aus, was eigentlich als nicht kindgerecht betrachtet wird. «
Zur Kritik
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Isabel Herzfeld, 07.05.2019
Warte nur ein Weilchen
»Hendricks … bewältigt expressive Melodik ebenso grandios wie Sprechgesang und Sprache: ›Immer spür ich, es ist einer hinter mir her. Das bin ich selber!‹ … Ein Hauch Wozzeck klingt an, wenn Hendrick seinem extrem gelagerten Gesang Glissandi und fast tierhaft klagende Falsett-Töne beifügt. Dies sind die Momente, in denen die Aufführung emotional anrührende Qualität erlangt. ... Eggerts Anspruch an ›moderne Oper‹ von direkter Zugänglichkeit erfüllt sich, indem er Bekanntes zu Neuem zusammensetzt, das eher im ›Banne des Unheimlichen‹ steht als sich harmonisch aufhellt. Dass es sich zur Freude des heftig applaudierenden Publikums unterhaltsam gibt, muss kein Mangel sein.«
Zur Kritik
rbb inforadio
Barbara Wiegand, 06.05.2019
Anders als bei Fritz Lang – und doch auch beklemmend
»[Zwischen surreal verspielter Verfremdung und musiktheatralisch ernsthafter Adaption] …  entfaltet die Inszenierung fast unmerklich ihre  Wirkung. "Ich kann doch nichts dafür", so hört man ihn M., den Mörder, auch hier am Ende sagen, als die Stadt ihn gefunden hat. Es ist anders als bei Fritz Lang - und doch auch beklemmend. «
Zur Kritik
nmz.de
Peter P. Pachl, 06.05.2019
Szenisches Surround-Hörspiel – Uraufführung von Moritz Eggerts „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“ an der Komischen Oper Berlin
»Zu den musikalisch eindrucksstärksten Momenten zählen die solistisch hereinwehenden Gesänge des Tenors Tansel Alzeybek und insbesondere die Off-Gesänge der Sopranistin Alma Sadé. ... Gefeiert wurden der sich oft auf den Knien und inmitten eines Absturzgitters wie in einem Ställchen bewegende Scott Hendricks als M, der Mörder, die beiden Solist*innen der Komischen Oper und die des Opernstudios sowie des Vocalconsorts Berlin. Insbesondere erntete jedoch der Schar der etwa 90 auf der Szene stumm agierenden und die hinter und auf der Bühne mehrstimmig singenden Kinder viel Zuspruch.«
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