Claude Debussy

Pelléas et Mélisande

Drame lyrique in fünf Akten [1902] 
Französisch
3 h inkl. Pause
19:30 Uhr
19:30 Uhr
19:30 Uhr
19:00 Uhr
Rätselhaft für uns – rätselhaft für sich selbst sind die Figuren in Debussys mysteriös-hypnotisierendem Traumspiel Pelléas et Mélisande. Mit seiner einzigen vollendeten Oper schuf der französische Komponist ein Schlüsselwerk des Fin de Siècle.
Frei von allem schmückenden Beiwerk werden Auge und Ohr ganz auf das Seelendrama der getriebenen Menschen gelenkt: »Mit einer leisen, spannungsgeladenen schwarzweißen Inszenierung erinnert Barrie Kosky daran, was im Musiktheater wirklich wichtig ist.« [BERLINER MORGENPOST]
Gegen alle Norm reduzierte Maurice Maeterlinck in seinen Dramen die äußere Handlung auf ein Minimum, alles Wesentliche findet sich in Andeutungen zwischen den Zeilen und entsteht einzig in der Empfindungs- und Imaginationskraft des Zuschauers. Die vieldeutigen Schwingungen der Vorlage fing Debussy als musikalisches Kammerspiel im Stil des Impressionismus auf kongeniale Weise ein. In der Inszenierung von Barrie Kosky entsteht das Psychogramm einer moribunden spätbürgerlichen Gesellschaft, die einer aus dem Gleichgewicht geratenen Welt nicht mehr entgegenzusetzen hat als den Trost einer feinziselierten Melancholie.

Die musikalische Leitung liegt in den Händen von Jordan de Souza, Kapellmeister an der Komischen Oper Berlin und Shooting-Star der internationalen Dirigentenszene.
Dichtung von Maurice Maeterlinck
Koproduktion mit dem Nationaltheater Mannheim
Mi., 8. April 2020, 19:30 Uhr

Stab

Musikalische Leitung
Inszenierung
Bühnenbild / Licht
Co-Bühnenbildnerin
Anne Kuhn
Kostüme
Dramaturgie
Johanna Wall

Besetzung

Arkel, König von Allemonde
Geneviève, Mutter von Pelléas und Golaud
Mélisande
Der kleine Yniold, Golauds Sohn aus erster Ehe
Solisten des Tölzer Knabenchores
Ein Arzt / Die Stimme des Hirten
Changdai Park
Interview mit Regisseur Barrie Kosky und Dirigent Jordan de Souza
Berliner Zeitung
Martin Wilkening, 17.10.2017
Im Uhrwerk einer Familientragödie
»Barrie Koskys Inszenierung an der Komischen Oper überrascht durch ihren strengen Minimalismus. Sie stellt die Figuren in einen leeren Raum, den sie allein mit ihrem Agieren und Ausphantasieren füllen. … Klaustrophobische Enge verschränkt sich [in Klaus Grünbergs Bühnenbild] auf paradoxe Weise mit innerer Distanz, denn unter den feststehenden Wänden ist der Boden in ständiger Bewegung … Jordan de Souza, der in der letzten Spielzeit als Studienleiter an die Komische Oper gekommen und jetzt zum Kapellmeister aufgestiegen ist, gelingt mit dem Orchester eine Darstellung, die vom Geist der skrupulös-genauen Sprachvertonung Debussys durchdrungen ist, die lebt und atmet, und im zweiten Teil große dramatische Steigerungen zu entfesseln versteht. «
Zur Kritik
BR Klassik
Bernhard Neuhoff, 17.10.2017
Barrie Kosky setzt auf Grau
»… eine tolle Ensembleleistung, durchweg stimmig den Rollenprofilen angepasst. Günter Papendell ist ein markanter Golaud mit kernigem Bariton. Dazu kontrastiert wirkungsvoll der Pelléas des Dominik Köninger, der seinen lyrischen Bariton mit wunderbar leichter Höhe führt. Und Nadja Mchantaf gestaltet die Mélisande mal nicht, wie sonst oft gehört, als zerbrechliche, körperlose Puppe, sondern mit warmem, feminin klingendem Sopran. «
Zur Kritik
Der Freitag
André Sokolowski, 16.10.2017
Gewalt in der Familie - dieses und noch mehr filtrierte Barrie Kosky aus der Debussy-Oper
»So viel angespannte, ausgelebte Körperlichkeit habe ich, in dieser Zugespitztheit, wohl noch nie in einer Opernaufführung erlebt.«
Zur Kritik
Berliner Morgenpost
Matthias Nöther, 17.10.2017
Barrie Kosky inszeniert »Pelléas et Mélisande«
»Barrie Kosky ist ein echter Inszenierungscoup an der Komischen Oper gelungen. Mit einer leisen, spannungsgeladenen schwarzweißen Inszenierung von Claude Debussys Meisterwerk Pelléas et Melisande erinnert er das Berliner Opernpublikum daran, was im Musiktheater jenseits von Bauskandalen und staatstragendem Zirkus wirklich wichtig ist. … Ein Kosky benötigt kein aufgedonnertes Opernhaus mit allen Features der Bühnentechnik zum Theaterzauber. Ihm reichen die Menschen.«
Zur Kritik
nmz - neue musikzeitung
Peter Pachl, 16.10.2017
Allemond ein Puppenhaus – Claude Debussys „Pelléas et Mélisande“ an der Komischen Oper Berlin
»Ein sehenswertes Psycho-Kammerspiel menschlicher Verstrickungen, musikalisch hochwertig dargeboten. «
Zur Kritik
Süddeutsche Zeitung
Wolfgang Schreiber, 19.10.2017
In der Kampfkammer
»Koskys Regie … ist streng minimalistisch gebaut, gedrungen und von großartiger Körperexpressivität. … «
Zur Kritik
Der Tagesspiegel
Ulrich Amling, 17.10.2017
Körper können schreien
»Ein radikales Kammerspiel beginnt … Nadja Mchantaf gelingt es, … eine Mélisande zu verkörpern, die gegen das Getriebe des Unglücks aufbegehrt. Mit Dominik Köninger und Günter Papendell hat Barrie Kosky zwei großartige Sänger im Ensemble ausgemacht, die seinem Körpertheater flammende Intensität verleihen können und zugleich souverän der französischen Sprachmelodie folgen. … mit der Verpflichtung von Jordan de Souza als Kapellmeister  [ist der Komischen Oper Berlin] ein wahrer Coup gelungen … [Er] weiß, wie viel Delikatesse er dem Orchester abverlangen kann, er atmet mit dieser irrlichternden Musik, die – faszinierender Gegensatz – mit größter Klarheit einen feinen Bedeutungsnebel aufziehen lässt.«
Zur Kritik

Das Programmheft zum Blättern ...