Pierrot Lunaire

Drei Monodramen
Melodram op. 21 [1912] von Arnold Schönberg sowie
Nicht Ich [1972] und Rockaby [1981] von Samuel Beckett
Deutsch
evtl. Restkarten evtl. Restkarten
Sep 2020
Nov 2020
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19:30 Uhr
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19:00 Uhr
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Zur Zeit gibt es keine Karten im Onlineverkauf.
Es können trotzdem kurzfristig Karten zur Verfügung stehen. Bitte versuchen Sie es später nochmals oder wenden Sie sich an unser Callcenter unter +49 (0)30 47 99 74 00 [Mo-Sa 9-20 Uhr, Sonn- und Feiertags 14-20 Uhr].
Mit etwas Glück gibt es auch Restkarten an der Abendkasse.
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19:30 Uhr
Eine dunkle Bühne, eine Frau und ihre Stimme – die irgendwo zwischen Singen und Sprechen schwebt. Arnold Schönberg und Samuel Beckett schufen mit Pierrot Lunaire (1912), Nicht Ich (1972) und Rockaby (1981) bahnbrechende Solo-Literatur des 20. Jahrhunderts, in denen sich Sprache, Theater und Musik über Konventionen hinwegsetzen, um sich einander anzunähern. Wie gemacht also für die Genre-Grenzgänger Barrie Kosky und Dagmar Manzel, die sich gemeinsam auf die Suche nach den schillernden Bedeutungsebenen zwischen den Zeilen dieser drei Meisterwerke machen.
»Um unsere Dichter, um unsere Komponisten mitzuteilen, brauchen wir beides, den Gesangs- wie auch den Sprachton«, stellte die Berliner Vortragskünstlerin Albertine Zehme fest und beauftragte Arnold Schönberg 1912 mit dem singulären Melodramen-Zyklus Pierrot Lunaire, den Igor Strawinsky später als »Solarplexus der Moderne« bezeichnen sollte. Schönberg komponierte zu dieser Zeit atonal, aber noch nicht der Zwölftontechnik verpflichtet, die er erst später entwickeln sollte. Suggestive Bilder von Mond und Nacht lassen ganz unterschiedliche Figuren aus dem Dunkel der Fantasie auftauchen – verträumte, karikatureske, aber auch bedrohliche Gestalten. Und mittendrin: der schalkhafte Charakter Pierrots.
Samuel Becketts Monologe sind mit ihren rhythmischen Satzfragmenten und Wiederholungen eine Musik für sich: Mit dem Gedankenstrom, den staccato-artigen Satzfetzen von Nicht ich bricht sich ein ungebremstes Redebedürfnis Bahn und eine verzweifelte Leidensgeschichte zeichnet sich ab. Rockaby begleitet als minimalistische Meditation das Sterben einer Frau im Schaukelstuhl. Ein hochvirtuoser Abend voller vertrackter Rhythmen, irisierender Melodik und ungebändigter Theatralität, getragen von einer singenden, sprechenden und sprechsingenden Solo-Protagonistin.
Melodram op. 21 [1912] von Arnold Schönberg und
Nicht Ich [1972] sowie Rockaby [1981] von Samuel Beckett
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Mi., 30. September 2020, 19:30 Uhr

Stab

Musikalische Leitung
Inszenierung
Bühnenbild
Valentin Mattka
Kostüme
Dramaturgie

Besetzung

Solistin
Mitglieder des Orchesters der Komischen Oper Berlin
BR Klassik
Uwe Friedrich, 1.10.2020
Dagmar Manzel glänzt in der Dunkelheit
»Beim Melodram-Abend an der Komischen Oper Berlin war alles geboten: gespenstisches Grauen gepaart mit virtuoser Stimmkunst ... ein Abend für Dagmar Manzel, die schon als junge Frau davon träumte, Schönbergs Melodram einmal spielen zu dürfen. Diese Liebe zum Werk merkt man ihre Interpretation an. Sie verfällt nicht in den Fehler vieler Opernsängerinnen, die genau notierten Töne singen zu wollen, sondern deklamiert sie, hält das Werk in der Schwebe zwischen Sprechen und Singen, wechselt die Klangfarben und Sprechhaltungen ebenso virtuos wie den Tonfall zwischen Sarkasmus, Witz, Verzweiflung und Melancholie.«
Zur vollständigen Kritik
Berliner Morgenpost
Matthias Nöther, 2.10.2020
Wie Dagmar Manzel den „Pierrot Lunaire“ mit Leben erfüllt
»Mit dem Mund auf der Bühne folgen Manzel und Kosky [in „Not I“] demütig Becketts strengen Anweisungen, das Ergebnis ist groß und bedrückend. ... Arnold Schönbergs „Pierrot lunaire“ ist ein Tribut an die Vielseitigkeit und darstellerische Luzidität Dagmar Manzels. … Ihre Stimme kann von ebenfalls kindlicher Geradlinigkeit, dann auch wieder divenhaft sein ... Sie füllt in ihrer Darstellungskunst Schönbergs musikalisierten Sprechtonfall mit Lebenssinn.«
Zur vollständigen Kritik
Süddeutsche Zeitung
Wolfgang Schreiber, 5.10.2020
Modestrunkener Clown
»Die Diseuse und Tatortkomissarin Dagmar Manzel triumphiert an Berlins Komischer Oper mit zwei Einaktern von Samuel Beckett und Arnold Schönbergs Monodram "Pierrot Lunaire". ... Kosky schafft mit dieser Traumtänzerin das groteske Musiktheater eines "mondes-trunkenen" Clowns. ... Geige, Bratsche, Cello, Klavier mit je zwei Klarinetten und Flöten, mehr braucht es nicht, um Schönbergs bizarr gelenkige Musik zum Klangwunder zu machen, und der junge Kapellmeister Christoph Breidler feuert Instrumentalisten der Komischen Oper beschwörend an, ihr Können in Rhythmuspräzision mit Geist zu überführen. ... Dagmar Manzel ... wirft ihre Nuancierungskunst melodiösen Sprechens in die Waagschale, durch Glissandorezitation, Laut-leise-Kontrast im Sprechsingen, Staccato-Artikulieren mit Beschleunigung oder Retardierung.«
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